Alle waren Sieger, auch wenn einer nur gewinnen kann

21. Februar 2013

Nominiert für den ersten Preis unseres Yourstokeepalternativtitelwettbewerbs sind in der Reihenfolge ihres Eingangs bei mir – kein Trommelwirbel, für sowas Klischeehaftes sind wir hier viel zu avantgardistisch:

  • „Gebunden“ (Guinan)
  • „Traumhunger“ (iolanthe)
  • „weil ich hungrig bin“ (iolanthe)
  • „was auch immer du wünschst“ (Guinan)
  • „Ein verhängnisvoller Fund“ (Günther)
  • „Ich bin leider total unkreativ aber ich hätte so gerne das Ebook“ (Günther)
  • „Lauf nur, dann macht es mehr Spaß“ (Catio)
  • Projekt Masse statt Klasse: „verflucht“, „der Fluch“, „Sheilas Fluch“, „Sheila“, „Haru“, „Harus Verwandlung“, „Harus Ring“, „Harus Dämon“ und „Daniels Dämon“ (Günther)
  • „Jurstukiep – ein Schundroman mit Folgen“ (Ein Email-Einsender, von dem ich nicht weiß, ob er seinen Namen hier erwähnt sehen möchte, der sich in den Kommentaren aber gerne melden kann, falls er genannt werden will. Oder sie. Ähem.)
  • „Raubtiere sind keine Haustiere“ (ein anderer Email-Einsender, der (oder die) womöglich anonym bleiben wollte, was ja eine nicht unplausible Erklärung für die Einreichung per Mail wäre)

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Just sayin‘

14. Februar 2013

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Könnte ja sein, dass die eine oder andere von euch gerne einen Kindle Paperwhite gewinnen wollte, oder irgendwas anderes, und deshalb – oder aus völlig anderen Gründen – eigentlich Lust gehabt hätte, an meinem sympathischen kleinen Gewinnspiel teilzunehmen, aber vergessen hat, dass morgen, am 15. Februar, die letzte Chance ist, noch einen Vorschlag einzureichen.

Sollte dem so sein, betrachtet euch bitte als erinnert. Ich wäre zwar an und für sich nicht grundsätzlich abgeneigt, das mit der Frist nicht so eng zu sehen, aber andererseits wäre es unfair denen gegenüber, die sich an die Regeln gehalten haben, wenn ich da zu großzügig wäre, deswegen fände ich es schon ganz schön, wenn bis morgen um Mitternacht alle Vorschläge da wären. Also los los, letzte Chance!


Gewinnegewinnegewinne immerwiedermitmachenimmerwiederdabeisein, eine neue Fahrt beginnt, eine schöne Fahrt beginnt

27. Januar 2013

Ich plane, meinen – wie soll ich’s nennen? – Fortsetzungsroman auf Kurzgeschichtenbasis „Yours to keep“ mal probehalber im Selbstverlag auf Amazon zu veröffentlichen. So weit, so egal eigentlich für euch, denn natürlich habt ihr ihn alle schon gelesen.

Aber halt, so ganz egal ist das nicht, denn für euch kommt damit ein neues unglaubliches überschaubare-Relevanz-Gewinnspiel, das nicht nur ein Heidenspaß (andere Sorten von Spaß werden in diesem strikt skeptischen Blog sowieso nicht akzeptiert, und wehe, jemand sagt jetzt, dass Heiden ja eigentlich Vielgöttergläubige seien und deshalb mit Skepsis gar nichts zu tun hätten, denn dies ist auch nicht diese Sorte Blog, auf der wir uns von der Wahrheit einen dummen Witz kaputtmachen lassen) für alle Beteiligten wird, sondern auch mit einem sehr ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnis protzen kann:

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Ich vergebe einen niegelnagelneuen Kindle Paperwhite an diejenige Leserin oder bei Bedarf natürlich an denjenigen Leser, die oder der mir für die Veröffentlichung einen Titel nennt, der nicht nur rechtlich unproblematisch ist, sondern mir auch noch gefällt und marketingmäßig wirksam erscheint. Darüberhinaus bekommt jeder einzelne Teilnehmer die E-Book-Ausgabe kostenlos zugeschickt, sobald sie erscheint. Na gut, letzteres ist jetzt kein so doller Gewinn, weil ihr alle Episoden zurzeit eh noch kostenlos hier im Blog lesen könnt, aber hey, bin ich Krösus?

Warum überhaupt ein neuer Titel?
Naja, weil es „Yours to keep“ erstens schon als Buch gibt, und weil zweitens auch noch ein Song der Teddybears so heißt. Es muss also ein anderer her.

Und was müssen wir jetzt machen?
Auch ganz einfach erklärt: Falls ihr noch nicht habt, solltet ihr natürlich die Geschichte lesen, oder mindestens den ersten Teil. Denke ich jedenfalls. Wenn euch auch ohne sie zu kennen ein toller Titel einfällt, meinetwegen. Als nächstes müsst ihr euch überlegen, wie ein guter Titel dafür lauten könnte, der einerseits potentielle Leser anzieht und total interessant, aufregend, faszinierend, spannend und unwiderstehlich klingt und im Idealfall außerdem noch lose was mit dem Inhalt der Geschichte zu tun hat. Und dann solltet ihr bitte recherchieren, ob es schon ein Buch gibt, das so heißt. Ich empfehle dafür die Suche auf buchhandel.de, weil ich mir habe sagen lassen, dass die das umfangreichste Verzeichnis haben. Und wenn ihr das alles hinter euch habt, schlagt ihr euren Titel bitte in den Kommentaren zu diesem Beitrag hier vor. Ihr dürft auch mehrere, wenn ihr wollt. [Nachtrag: Am 15. Februar schließt die Vorschlagsannahme. Bis spätestens Mitternacht solltet ihr dann bitte euren Vorschlag angebracht haben.]

Das Ganze hat doch bestimmt auch einen Haken, oder?
Nur einen ganz kleinen: Ich garantiere nicht, dass auf jeden Fall jemand gewinnt. Wenn kein Vorschlag dabei ist, der sowohl mir gefällt, als auch rechtlich einwandfrei ist, dann bleibt der Kindle bei Amazon und ihr seid alle angeschmiert. Aber falls ich einen eurer Titel nehme (natürlich auch, wenn ich ihn aus irgendwelchen Gründen noch leicht abwandle), dann habt ihr’s geschafft, großes Ehrenwort. Und das E-Book bekommt auf jeden Fall jeder, der einen Vorschlag abgibt, und sei er noch so abwegig, da kenne ich nix.

Und wenn ich aber keinen blöden Kindle Paperwhite haben will?
Dann finden wir auch eine Lösung. Machen wir uns nichts vor, ihr wisst ja, was das Ding kostet. Wenn ihr schon einen habt, oder keinen mögt, oder lieber ein ferngesteuertes Elektroauto wollt, dann soll mir das auch recht sein. Wir klären das nach der Siegerehrung, wenn ich per Mail mit euch in Kontakt trete, damit ihr mir eure Adresse und sowas mitteilen könnt.

A propos: Was ist denn mit dem Datenschutz?
Man kann sich auch anstellen. Was glaubt ihr denn? Sieht es so aus, als würde ich dieses Blog zu meiner persönlichen Bereicherung betreiben? Ich bitte euch!
Im Ernst: Natürlich mache ich mit eurer Adresse absolut gar nichts, außer sie auf das Paket zu schreiben. Wenn ihr wollt, gebe ich sie nicht mal Amazon für den Versand, sondern lasse mir das Paket zuschicken und leite es dann persönlich an euch weiter. Alles bleibt unter uns, und wenn ihr sogar mir gegenüber anonym bleiben wollt, dann können wir in Gottes Namen auch irgendwo einen toten Briefkasten ausmachen, in dem ich euren Gewinn für euch deponiere. Ein bisschen albern fände ich das allerdings schon. Wer kommt denn auf solche beknackten Ideen? Echt jetzt.

Ich hab das alles noch nicht begriffen. Wie geht das jetzt, und wo muss ich meine SMS hinschicken, um abzustimmen? Oder nur per Postkarte?
Gütiger Himmel… Ähm, ja, also, wenn ihr noch Fragen habt, dann könnt ihr die natürlich hier in die Kommentare schreiben, oder mir mailen. Ihr macht das schon, ne?


Fünf Fakten und zwei Flunkereien: Auflösung und Siegerehrung

16. August 2010

Heute ist es also so weit: Ich löse mein Gewinnspiel auf und verkünde die Gewinner der unfassbar spektakulären einzigartigen Preise!

  1. „Ich wurde mal (zu Unrecht) wegen versuchten Prozessbetrugs verurteilt.“
    Wahrheit, wenn auch vielleicht ein bisschen irreführend formuliert. Und eine lange Geschichte, aber ihr habt bestimmt alle viel Zeit, stimmt’s? Also: Während ich im Urlaub war, entdeckte mein Vater eine Anzeige eines Immobilienmaklers in Hamburg. Er wusste, dass ich dort Räume suchte und rief den Makler an. Er traf sich mit ihm und besichtigte die Räume. Als ich zurückkehrte, schilderte er mir alles, und ich schloss einen Mietvertrag. Wenig später stellte sich heraus, dass der Makler uns einiges verschwiegen hatte, unter anderem den übelriechenden Wasserschaden im Keller und ein paar große Schimmelflecken dort (Bei der Besichtigung waren die Wände zugestellt und die Fenster weit offen.)
    Ich weigerte mich deshalb, die Courtage zu bezahlen, und der Makler klagte. Bei der Güteverhandlung fragte die Richterin mich zunächst, ob und wie überhaupt eine Courtagevereinbarung geschlossen worden sei. Ich sagte dazu, davon ginge ich aus, aber zu den Einzelheiten müsste sie schon meinen Vater fragen, denn der hätte das Gespräch mit dem Makler geführt. Diese Bemerkung spielte im Weiteren überhaupt keine Rolle mehr. Nachdem wir all die anderen Dinge besprochen hatten, einigten wir uns schließlich darauf, dass ich nur die Hälfte bezahlen würde.
    Einige Wochen später zeigte der Makler mich dann an. Er und sein Bruder behaupteten beide, mit mir telefoniert zu haben (ulkigerweise unter der Telefonnummer meines Vaters…) und bezeugten übereinstimmend, sich völlig sicher zu sein, dass es meine Stimme war, die mit ihnen die Courtage vereinbart hatte, und nicht die meines Vaters. Als ich versuchte, dem Strafrichter in der ersten Instanz meine Sicht der Dinge zu erklären, unterbrach er mich mit den Worten: „Na, nun bleiben Sie aber mal bei der Wahrheit, Herr Silberstreif, so kommen Sie bei mir nicht weiter!“ Und als mein Anwalt ihm zu erklären versuchte, dass ich nicht einmal bestritten hatte, dass es eine Courtagevereinbarung gab und dass das auch für den Vergleich völlig unerheblich gewesen war, antwortete er: „Solche zivilrechtlichen Spitzfindigkeiten interessieren uns hier nicht.“
    Ich wurde deshalb zu 90 Tagessätzen verurteilt. Glücklicherweise stellte das Hamburger Landgericht das Verfahren dann in der Berufung ein. Die Behauptung stimmt also, auch wenn das Urteil am Ende nicht rechtskräftig wurde.
  2. „Ich hatte eine Zeitlang die Spielhalle gemietet, von der Heinz Strunk in „Fleisch ist mein Gemüse“ erzählt.“ Das geht ein bisschen schneller: Stimmt. Strunk nennt zwar keine Adresse, aber er spricht von „Glawes Spielladen“ und beschreibt ungefähr die Lage. Herrn Glawe habe ich übrigens im Gegensatz zu ihm sogar persönlich kennengelernt.
  3. „Mein erstes eigenes Auto habe ich nach einem guten Jahr bei einem Unfall auf der Autobahn mit mehrfachem Überschlag und viel Drama vernichtet. Ich hatte keine Kaskoversicherung.“ Wahrheit. Auch hier gibt es wenig zu erzählen. Im anderen Auto saßen zwei, deshalb war ich natürlich Schuld. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt.
  4. „Mir hat einmal eine verheiratete Frau ein (sehr deutliches) unmoralisches Angebot gemacht.“ Geflunkert, und nicht mal besonders originell.
  5. „Mein Schulpraktikum habe ich in dem berühmten Gorlebener Zwischenlager für radioaktive Abfälle (Castor-Behälter) gemacht.“ Das stimmt wieder. Ich habe eine Zeitlang im Büro des Pressesprechers mitgearbeitet, dann bei der Arbeitssicherheit, in der Werkstatt, und zum Schluss noch ein paar Tage auf der PKA-Baustelle. War sehr interessant, ich würde es jederzeit wieder machen.
  6. „Als ich vierzehn war, hat mir ein Lehrer mal (im Unterricht vor allen anderen) gesagt, dass Leute wie ich der Grund sind, aus dem er aus Deutschland auswandern will.“ Wahrheit. Es ging um Massenentlassungen, die er natürlich total doof fand, was ich wiederum so pauschal nicht stehenlassen wollte. Wenn ich mich richtig  entsinne, lauteten seine Worte ziemlich genau: „Wegen so frühkapitalistischer Arschlöcher wie dir halte ich es hier in Deutschland nicht aus.“ Sein Ziel war übrigens Schweden, aber soweit ich weiß, lebt er immer noch hier.
  7. „Ich habe mal im Flugzeug neben Roberto Blanco gesessen und mich sehr nett mit ihm unterhalten.“ Das letzte muss dann natürlich auch geflunkert sein. Aber es ist auch nicht ganz frei erfunden, meinem Vater ist es nämlich wirklich passiert.

Kommen wir also zur Siegerehrung. Wie ihr euch sicherlich noch erinnert, spielt es für die Preisverleihung keine Rolle, wer richtig geraten hat. Es geht nur um den Einfallsreichtum bei der Begründung. Trotzdem ist es mir eine lobende Erwähnung wert, dass eine Kommentatorin es tatsächlich geschafft hat, beide Flunkereien korrekt zu identifizieren: Ein Hoch auf rebhuhn! Die zweite lobende Erwähnung geht an Rayson, der auf eigenen Wunsch außer Konkurrenz läuft, sich aber trotzdem mit seinem kreativen Beitrag um den Wettbewerb verdient gemacht hat. Ein Hoch auf Rayson!

Einen Trostpreis hatte ich auch noch ausgelobt. Der sollte eigentlich verlost werden, aber das habe ich mir inzwischen anders überlegt, denn es ist offensichtlich, dass niemand hier so viel Trost braucht wie Manuel Wolff, der außerdem für seinen unermüdlichen Einsatz für Gerechtigkeit, Wahrheit, und korrekte Kennzeichnung von Werbung eine Belohnung verdient hat. Herzlichen Glückwunsch, Manuel! Deine Ausgabe von „Dealing with people you can’t stand“ müsste in den nächsten Tagen bei dir eintreffen.

Natürlich war es maßlos schwer, unter euren vielen fantastischen Kommentaren den besten auszuwählen, und natürlich gibt es am Ende keine eindeutige Entscheidung, aber eine Entscheidung musste her, und obwohl es nicht leicht war, haben Keoni und ich eine getroffen.

Und jetzt (dramatische Pause) kommen wir (weitere Pause mit leise beginnendem Trommelwirbel) zur Verkündung (Pause, Trommel wird kontinuierlich lauter) des Gewinners (letzte und bisher dramatischste aller Pausen) unseres Gewinnspiels!

Ein dreifaches Hoch auf David mit seiner Gewinnerbegründung: Ich überlege die ganze Zeit, welche (sinnvollen) Aufgaben (also außer Kaffee-Kochen und Kopieren) ein Schüler in Gorleben erfüllen könnte. „Du Heinz, der Günther meint da kommt ne komische Flüssigkeit aus Container 34, schick mal den Praktikanten her, dann schaunwa was dat is…“ Gut gemacht, David und viel Spaß mit den Ohrhörern! (Falls du kein Interesse daran hast oder mir einfach deine Adresse nicht verraten magst, lass es mich ruhig wissen. Ich bin nicht beleidigt und vergebe sie dann an einen anderen glücklichen Teilnehmer.)


Das total unfassbar spektakuläre einzigartige überschaubare-Relevanz-Gewinnspiel: fünf Fakten und zwei Flunkereien

8. August 2010

Mich hat natürlich keiner getaggt, aber das stört mich nicht, und was für AronRa gut ist, kann für Muriel schon mal nicht schlecht sein. Nur das Verhältnis von vier zu eins ist mir irgendwie nicht genug, deshalb präsentiere ich euch heute voller Stolz sieben Behauptungen über mich, von denen genau zwei gelogen sind:

  1. Ich wurde mal (zu Unrecht) wegen versuchten Prozessbetrugs verurteilt.
  2. Ich hatte eine Zeitlang die Spielhalle gemietet, von der Heinz Strunk in „Fleisch ist mein Gemüse“ erzählt.
  3. Mein erstes eigenes Auto habe ich nach einem guten Jahr bei einem Unfall auf der Autobahn mit mehrfachem Überschlag und viel Drama vernichtet. Ich hatte keine Kaskoversicherung.
  4. Mir hat einmal eine verheiratete Frau ein (sehr deutliches) unmoralisches Angebot gemacht.
  5. Mein Schulpraktikum habe ich in dem berühmten Gorlebener Zwischenlager für radioaktive Abfälle (Castor-Behälter) gemacht.
  6. Als ich vierzehn war, hat mir ein Lehrer mal (im Unterricht vor allen anderen) gesagt, dass Leute wie ich der Grund sind, aus dem er aus Deutschland auswandern will.
  7. Ich habe mal im Flugzeug neben Roberto Blanco gesessen und mich sehr nett mit ihm unterhalten.

Eure Aufgabe ist es nun, zu erraten, was davon nicht stimmt. Zu gewinnen gibt es ein Paar niegelnagelneuer Bose In-Ear-Headphones (oder schreibt man das „nigel“?), von denen ich euch aus eigener Erfahrung sagen kann, dass sie prima sitzen und eine phantastische Klangwiedergabe bieten und auch sonst rundum toll sind. Und damit ich niemanden vom Mitraten ausschließen muss, baue ich noch einen kleinen Twist ein: Beim Gewinnen geht es nicht darum, richtig zu raten. Stattdessen gewinnt derjenige, der seine Vermutung mit der besten Begründung versehen hat. Die Auswahl wird von Keoni und mir streng willkürlich getroffen und in spätestens einer Woche hier im Blog veröffentlicht. Darüber hinaus verlosen wir noch einen kleinen Trostpreis unter allen, die in den Kommentaren eine Vermutung äußern, ob mit oder ohne Begründung.

Viel Spaß.


That’s what she said!

22. Mai 2010

„Humor – bierernst“ hat Guinan sich gewünscht, und weil sie mein Preisrätsel als erste gelöst hat, wird der Wunsch erfüllt. Wehe, einer beklagt sich, dass das hier nicht lustig ist. Das muss so.

Humor heißt so viel wie Saft oder Feuchtigkeit, weil man in der Antike dachte, dass unsere Körperflüssigkeiten für unsere Stimmung zuständig sind. Die Verbindung zum Bier liegt also denkbar nahe. Aber dazu später mehr.

Trotz seiner besonderen Bedeutung für das menschliche Wohlbefinden, Zusammenleben und (nach irriger Auffassung mancher dieser Leute, die unbedingt irgendwelche klaren Abgrenzungen zwischen Menschen und Tieren brauchen, um sich zivilisiert zu benehmen) der Abgrenzung von humorlosen Rindviechern existiert bis heute keine umfassende Theorie des Humors. Überhaupt ist der Forschungszweig auf beklagenswerte Weise unterfinanziert und vernachlässigt, was so bedauerliche Fehlentwicklungen wie Cindy aus Marzahn und Mario Barth ermöglicht hat. Obwohl es also an einer gesicherten Erklärung für das Phänomen Humor fehlt, möchte ich mich heute genau daran versuchen.

Humor entsteht in aller Regel aus der Distanz zwischen Erwartetem und Tatsächlichem, aus einem überraschenden Ausbrechen aus der Konvention, einem Verstoß gegen die Regeln. Wie so ziemlich alles ist Humor auch eine Frage des richtigen Maßes. Ist die Distanz zu gering (Moishe kommt eines Abends nach Hause und erwischt dort seinen Freund Jakob in flagrante delicto im Bett mit seiner Frau. „Jakob!“ ruft er ganz aufgebracht, „Das hätte ich nie von dir gedacht!“), entsteht kein Humor. Ist sie zu groß („Jakob!“ ruft er ganz aufgebracht, „Pluto ist kein Planet mehr!“), genauso wenig. Nur innerhalb einer bestimmten Bandbreite kann die Abweichung vom Erwarteten lustig sein. (Moishe kommt eines Abends nach Hause und erwischt dort seinen Freund Jakob in flagrante delicto im Bett mit seiner Frau. „Jakob!“ ruft er ganz aufgebracht, „Was hast du dir nur gedacht? Ich habe ja keine Wahl, aber du?“)

Man beachte in diesem Beispiel auch, dass die humorvolle Wirkung eines Witzes einerseits durch Unerwartetes entsteht – Moishe ist nicht erzürnt darüber, dass seine Frau ihn betrügt -, sondern auch durch das Spiel mit verbreiteten Klischees – Paare haben in der Ehe keine Freude mehr am Sex und finden einander nicht mehr attraktiv. Wie zum Beispiel auch in der Musik gehört im Humor zum Spiel mit den Erwartungen auch die Freude des Empfängers am Wiedererkennen vertrauter Muster. Insbesondere in Witzen auf Basis von Vorurteilen beruht der Humor sehr stark auf diesem Prinzip  (Wie viele heterosexuelle Kölner braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Beide!).

Humor kann sehr schnell entstehen („Geht ein Zyklop zum Augearzt.“), er kann aber auch auf einer längeren Geschichte basieren, die auf eine Pointe hinleitet. („Ein Spaziergänger auf dem Land entdeckt auf einer Streuobstwiese einen Bauern, der ein junges Hausschwein in einen der Bäume hält, damit es die Äpfel erreichen kann. Während das Tier Frucht um Frucht fröhlich grunzend und schmatzend vertilgt, beobachtet der Spaziergänger verunsichert den merkwürdigen Vorgang, bis er sich schließlich dazu durchringt, den Bauern anzusprechen.
„He, Sie da, entschuldigen Sie bitte!“ ruft er.
„Was gibt’s?“ antwortet der Bauer.
„Warum halten Sie denn das Schwein in den Baum?“
„Na, warum wohl?“ fragt der Bauer. „Damit es die Äpfel fressen kann!“
„Könnten Sie die nicht auch einfach runterschütteln? Das würde doch gewaltig Zeit sparen!“
Der Bauer zuckt die Schultern, schürzt versonnen die Lippen und fragt: „Was bedeutet einem Schwein schon Zeit?“)
In beiden Fällen ist allerdings der wirklich humorvolle Teil nur ein kurzer Moment. Der darauf hinleitende Teil der Geschichte ist für sich betrachtet nicht komisch. Das lässt den schon aus der oben geschilderten Grundannahme, dass die Komik aus der Differenz zwischen Erwartung und Ereignis entsteht, naheliegenden Schluss zu, dass Humor im Moment entsteht, nicht über einen längeren Zeitraum.

Selbstverständlich kann Humor nicht nur auf Sprache basieren. Er kann auch Bilder einbeziehen.
demotivational posters
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Auch die wenigen hier dargestellten Grundprinzipien sind keinesfalls als feste Regeln zu verstehen. Wie bereits dargestellt, existiert keine umfassende Humortheorie. Humor kann auch außerhalb der genannten Bedinungen entstehen, beispielsweise durch völligen Unsinn („Sitzt ein Ufo im Baum und strickt; kommt ein Bär vorbei und fragt: Bist du dafür nicht viel zu klein? Sagt das Ufo: Was, schon so spät?“) oder der Freude über Schaden, der anderen entsteht.
demotivational posters

Letzteres ist mutmaßlich durch die Erleichterung zu erklären, nicht selbst den Schaden erlitten zu haben. Hiermit eng verwandt ist Humor, der schlicht auf der Demütigung anderer basiert. Insbesondere diese Form wird häufig als niveaulos und als Zeichen niederen Charakters empfunden. Auf ein Beispiel wird hier deshalb verzichtet.

Wer sich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet weiterführende Informationen natürlich bei Wikipedia.