I don’t go in for ancient wisdom. I don’t believe just ‚cos ideas are tenacious it means that they’re worthy.

10. November 2013

Dekalog, Goldene Regel, Bergpredigt – älter und zeitloser als Utilitarismus oder Hedonismus

war die Ansage, die ich schon im letzten Post angekündigt hatte, und rückblickend muss ich nun doch sagen, dass ich mit der Wahl des Titels desselben hochzufrieden bin, denn der hat anscheinend keineswegs zu den befürchteten Missverständnissen geführt und mir außerdem noch – ich schwöre: völlig ungeplant – diesen wunderbaren Anschluss zum heutigen Titel ermöglicht. Hach. Sowas find ich toll. Schade, dass die gute Laune jetzt gleich wieder verfliegen wird.

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Hell yeah.

2. März 2011

Die Westboro Baptist Church besucht gerne die Begräbnisse gefallener US-Soldaten und schwenkt dabei Schilder mit Aufschriften wie „Thank God for dead soldiers!“, „Got hates America!“ oder natürlich dem Klassiker „God hates fags!“ Diese Kirche glaubt nämlich, dass die Kriege, in denen zurzeit US-amerikanische Soldaten fallen, Gottes Strafe für den zu toleranten Umgang mit Homosexuellen sind.

Dafür hatten die Eltern einiger Gefallener die Kirche auf Ersatz des erlittenen emotionalen Schadens verklagt. Die Kirche berief sich im Gegenzug auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und meinte, dieses schütze sie vor Schadensersatzansprüchen.

Wie ich gerade via Verfassungsblog erfahren habe, hat heute der Supreme Court entschieden, dass die Westboro Baptist Church Recht hat, und dass den Eltern der beschimpften Soldaten kein Schadensersatz zusteht.

Und genau so ist es auch richtig. Ich will nicht Max Steinbeis‘ ganzen Artikel kopieren, obwohl ich fast könnte, aber dieses Zitat unseres BVerfG aus dem Fraport-Urteil fasst es sehr treffend zusammen: “Ein vom Elend der Welt unbeschwertes Gemüt des Bürgers ist kein Belang, zu dessen Schutz der Staat Grundrechtspositionen einschränken darf”

Ich würde sicher nicht so weit gehen wie Voltaire und mein Leben dafür geben, dass irgendwelche verwirrten Menschen ihre Meinung sagen dürfen, aber zumindest einen kleinen Blogpost ist es mir schon wert.

(Übrigens: Wer sich ein bisschen mit den Ideen der WBC auseinandersetzt, dürfte zügig erkennen, was für ein unfassbares Arschloch man sein muss, um von deren Gott nicht gehasst zu werden. Insofern erkenne ich eigentlich nicht mal eine Beleidigung auf den Schildern.)