Die Japaner benutzen das selbe Wort für Vier und Tod

11. August 2009

…, deshalb war doch eigentlich schon immer klar, dass die vier hessischen Abgeordneten, die Andrea Ypsilantis Zusammenarbeit mit der Linken vereitelt haben, nichts Gutes im Schilde führen konnten.

Jetzt ist es auch offiziell. Volker Zastrow von der FAZ hat offenbar festgestellt, dass Carmen Everts, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Jürgen Walter gar nicht unser aller Bestes im Sinn hatten, als sie ihre Gewissensentscheidung trafen, sondern in Wirklichkeit vor allem ihre eigenen Interessen. Weil Andrea Ypsilanti ihre Forderungen nach Posten nicht erfüllt, verweigerten sie ihre Zustimmung. Um Gottes Willen, denkt ihr jetzt sicherlich, das kann doch nicht sein! Politiker, die eigennützig handeln und so tun, als wäre es für einen guten Zweck? Als nächstes stellt sich noch heraus, dass der Papst Katholik und Babybel gar kein richtiger Käse ist!

Drüben bei F!XMBR ist Chris der Meinung, dass die Medien Frau Ypsilanti jetzt eine Entschuldigung schulden. Warum denn? Dass sie ihr Wort gebrochen hat, ist nach wie vor richtig. Dass das auch nicht schlimmer ist als der Wortbruch der Berliner Koalition in Bezug auf die Umsatzsteuererhöhung oder viele andere Wortbrüche, das sei ihm geschenkt, aber bloß dadurch wird es doch noch nicht richtig. Auch an der Koalitionsfähigkeit der Linken ändern die FAZ-Recherchen nichts, und dass Frau Ypsilanti sich zeitweise mehr wie eine Sektenführerin als wie eine Spitzenkandidatin benommen hat, war sicher auch nicht die Schuld der Fantastischen gewissenlosen Vier. Sogar den ziemlich kopflosen Umgang der hessischen SPD mit der ganzen Situation und den vier Abgeordneten finde ich im Licht dieser neuen Information nicht viel weniger unmöglich als vorher.  

Eigentlich fällt mir wirklich überhaupt nichts ein, was ich jetzt anders bewerten würde, außer vielleicht den Motiven von Carmen Everts, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Jürgen Walter. Und denen habe ich von Anfang an nicht ganz getraut. Oder was meint ihr?