Restebloggen (99)

2. November 2013
  1. Was hat sich wohl der Mensch gedacht, der mein Navigationsgerät programmiert hat?
    „Laatzen, Hildesheimer Straße 157.“
    „Meinte Sie Laatzen, Hildesheimer Straße (Gleidingen) 157?“
    „Ähhh… Pfff… Joa, dann wahrscheinlich schon.“
    „Die gesuchte Hausnummer wurde nicht gefunden.“
    „Hrmgrmbl. Laatzen, Hildesheimer Straße 157.“
    „Meinten Sie Laatzen, Hildesheimer Straße (Gleidingen) 157?“
    „Nein.“
    „Bitte wählen Sie einen Eintrag.“
    Und dann steht da zur Auswahl auf dem Display:
    1. Laatzen, Hildesheimer Str… 157
    2. Laatzen, Hildesheimer Str… 157
    3. Laatzen, Hildesheimer Str… 157
    4. Laatzen, Hildesheimer Str… 157
    Ja nee ist klar.
  2. Nicht unbedingt zum Brüllen komisch, aber ich finde die Darstellung des Interviewten toll.
    http://www.youtube.com/watch?v=MlQ2opYwQvc&feature=youtube_gdata_player
  3. Ich bin eine Liberale, verachtet mich!
    Hauptsächlich natürlich, weil ich dafür eintrete, dass Leute von ihrer Arbeit nicht leben können, im Winter frieren und schlussendlich auf der Straße oder noch besser im Straßengraben verrecken. Hätten sie halt was Vernünftiges gelernt. 
  4. Auch eigentlich viel zu spät, aber so schön gesagt, dass ich es hier noch mal verlinken will:
    „Das Übermaß an Talkshows, Duellen, Reportagen, Dokumentationen und den ganzen schrecklich originellen Wahlsendungen, es wirkt, als wollte jemand kurz vor einem Date noch vier Jahre Fressen und Faulenzen ausgleichen, indem er zwei Tage fastend im Sportstudio verbringt. Vor allem aber vermittelt es mit der Fixierung auf das bloße Zurwahlgehen das Gefühl, dass das schon alles sei, was Demokratie ausmacht: Dass alle im Abstand von vier Jahren irgendwo ihr Kreuz hinmachen, selbst diejenigen, die – bis es ihnen ProSieben erklärte – den ‚Bundestag‘ für einen Tag wie den Mittwoch oder den 1. Mai gehalten haben“ 
  5. Verflixt noch mal, wie kam das eigentlich, dass die Hersteller von Headsets eines Tages beschlossen, dass es keinen Grund gibt, aus dem Mikrofone irgendwo im weiteren Umfeld des Mundes sein sollten, und dass sie stattdessen offensichtlich direkt ans Ohr gehören?
  6. Wenn Philosophen in Interviews öfter mal was über ihr eigentliches Fachgebiet sagen würden, statt zum Beispiel Blödsinn über Armut, Wirtschaft und Gier zu erzählen, dann wäre mein Respekt vor ihnen sicherlich wesentlich größer, denn ich muss ja zugeben, dass unsere Welt sehr darunter leidet, dass kaum jemand eine klare Vorstellung von Epistemologie hat, oder ein sauberes Konzept davon, wie wir über Dinge nachdenken sollten. Genau darum geht es in diesem – nach meiner bisherigen begrenzten Erfahrung – sehr guten und sehr sympathischen Philosophiekurs der University of Edinburgh, an dem jeder völlig kostenlos teilnehmen kann. Mir gefällt er. Und wenn ich das richtig verstehe, kann man irgendwie sogar so eine Art Schein dafür kriegen. Der kostet dann ein bisschen was, aber dafür hat man dann ja auch sein Jodeldiplom. Empfehlung.
  7. Nicht kostenlos, aber preiswert, und zum Unbedingtmalausprobieren, auch wenn ihr mit Videospielen eigentlich nichts am Hut habt: The Stanley Parable. Zu schön. Lohnt auf jeden Fall auch das Anlegen eines Steam-Accounts, wenn ihr bisher keinen habt. Und falls ihr partout nicht bereit seid, ein paar Euro auszugeben, um es selbst zu spielen, könnt ihr euch zumindest eines der Let’sPlays der RocketBeans ansehen, zum Beispiel dieses mit Trant.
    Ach so, Englischkenntnisse müssen aber sein.

Ich bin ein Faschist.

8. April 2013

Ja. Das mag euch jetzt erst mal irritieren und den Reflex wecken, mich für einen Dummkopf zu halten, für einen realitätsfernen Spinner, der alten Märchenbüchern den Vorrang gibt vor der so genannten modernen Wissenschaft. Wir leben in einer Zeit, in der Menschen sich schämen, sich öffentlich zum Faschismus zu bekennen, und in vielen Gegenden der Welt werden Faschisten sogar verfolgt, verspottet und bedroht, nicht zuletzt hier in Deutschland.

Woran liegt das?

Viele Menschen kennen kein anderes Bild des Faschismus als das irrwitzige Zerrbild, das radikale Antifaschisten gerne von ihm zeichnen. Und ja, natürlich muss ich zugeben, dass es in der Geschichte auch irregeleitete Anhänger des Faschismus gab, die zu diesem Bild beigetragen haben. Sie alle haben die wahre Natur des Faschismus stets verkannt. Was bleibt eigentlich noch übrig von der Kritik dieser selbst ernannten Antifaschisten, wenn man sie sich einmal genauer anschaut? Nicht, viel, wie ihr gleich sehen werdet.

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Kann das wirklich Zufall sein?

29. März 2011

Während meiner Schulzeit gab es einen Lehrer, den ich wirklich bewunderte. Er war in der Oberstufe mein Tutor, und er unterrichtete Mathematik und Werte und Normen. Er war klug, er hatte Humor, er war immer freundlich, und in unserer Abiturzeitung schrieb er über mich, dass ich eigentlich gar nicht so arrogant sei, wie ich oft wirkte. Ich glaube, er ist inzwischen im Ruhestand, und ich fürchte, dass ich meinen Vorsatz, ihm mal einen Brief zu schreiben, vielleicht nie umsetzen werde, aber zumindest einmal möchte ich es schriftlich festhalten: Sie waren der beste und sympathischste Lehrer, den ich je hatte, und irgendwie sogar ein Vorbild. Vielen Dank, Herr Glimm.

So empfand ich es auch kein bisschen als Strafe, als er mich nach einer längeren Diskussion im Werte-und-Normen-Unterricht aufforderte, meine sonderbare Meinung, dass es das Böse als solches nicht gibt, in einem kurzen Aufsatz zu begründen.

Ich tat das sehr gerne, und er las es, und meinte, es sei sehr interessant, aber überzeugt habe es ihn nicht.

Das war natürlich ein bisschen enttäuschend, aber so geht’s eben, und ich habe es ihm nicht übel genommen. Wäre ja auch noch schöner.

Leider habe ich diesen Aufsatz von damals nicht mehr, aber zu Ehren von Herrn Glimm (und meines Versprechens, mal wieder vom Thema Religion wegzukommen) hatte ich mir gestern vorgenommen, meinen Gedankengang heute für euch noch einmal darzulegen. Und nun, siehe da, als hätten wir uns abgesprochen, veröffentlichte die „Welt“ gestern einen langen, dummen Artikel zu dem Thema. Schicksal? Vorsehung? Telepathie? Wer weiß…

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Was macht eigentlich… Adolf Hitler?

20. April 2010

Da frei erfundene Interviews derzeit offenbar voll im Trend liegen, dachten wir von überschaubare Relevanz, dass wir auch mal wieder eins machen könnten. Zu diesem Zweck haben wir den ehemaligen deutschen GröFaZ Adolf Hitler auf einer tropischen Insel besucht, deren Namen und genaue Lage wir auf seine Bitte hin verschweigen.

üR: Guten Tag, Herr Hitler. Vielen Dank noch einmal, dass Sie sich zu diesem frei erfundenen Interview bereit erklärt haben. So viel Großzügigkeit hätte man von Ihnen vielleicht gar nicht erwartet.
AH:
Ach ja, die meisten Menschen haben so ein negatives Bild von mir, seit dieser dummen Sache damals…
üR: Sie meinen den Holocaust? Oder den Zweiten Weltkrieg?
AH: Nein, Mambo No 5. Aber ich schätze, da spielt vieles zusammen, man kann das wohl nicht auf einzelne Faktoren reduzieren. Ich würde schon sagen, dass ich heute vieles anders machen würde. Das mit den Autobahnen zum Beispiel…
üR: Nanana, jetzt aber Vorsicht!
AH: Verzeihung.
üR: Sehr schöner Surfladen übrigens, den Sie hier haben.
AH: „Wollt ihr den totalen wipe out?“ Der Slogan ist Goebbels eingefallen. Schade, dass er die Eröffnung nicht mehr erlebt hat.
üR: Trotzdem ist Ihr Konzept eingeschlagen wie eine V2. Touristen und Wellenreiter aus aller Welt reißen Ihnen Ihre Bretter geradezu aus den Händen. Unvergessen ist auch das legendäre „Größte Longboard Aller Zeiten“, das Sie persönlich designt haben. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?
AH: Meine Boards sind hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, und flink wie…
üR: [verlegenes Hüsteln] Ja, schon gut, das hätte ich mir wohl auch denken können.
AH: Außerdem wissen unsere Kunden zu schätzen, dass sie bei uns keine Massenware erhalten, sondern individuell gefertigte Spitzenqualität. Diese billige Serienproduktion sehe ich als eine völlige Entartung der Wellenreiterkultur. Ich habe schon immer gesagt: Jedem das Sei-
üR: [Ein bisschen zu laut] Schon klar, schon klar, aber-
AH: Wir exportieren auch immer mehr ins Ausland. Noch in diesem Jahr plane ich die Erschließung neuer Geschäftsräume im Osten. Außerdem experimentiere ich zurzeit mit Radiowerbung. Bis heute hört uns nur Deutschland, aber ab morgen…
üR: Herr Hitler, ich muss Sie leider bitten, diese dummdreisten Anspielungen zu unterlassen. Diese Art von Humor ist weit unter dem Niveau unserer Leser.
AH: Auch bei den Hygieneeinrichtungen am Strand haben wir Wert auf das Besondere gelegt. Unsere Duschen zum Beispiel-
üR: Herr Hitler, jetzt reicht es aber. Duschen geht gar nicht. Ich muss Sie leider bitten, zu gehen.
AH:
[räuspert sich unsicher] Ähm, dies ist mein Laden.
üR: Na gut. Dann gehe ich eben.
AH: Schon? Aber ich habe Ihnen doch noch gar nicht unser Einsteigerangebot mit kostenlosem Fitnesstraining vorgestellt. Ich nenne es „Kraft durch“… Ach. Weg ist er. Naja. Deutsche haben eben keinen Humor.