Nippon ist Backen.

6. November 2016

SAMSUNG CSC

Die Stadt Nikko hat nicht nur ein robustes Selbstbewusstsein, sondern auch tatsächlich die Assets, um das upzubacken. Nein, keine Sorge, ich schreib jetzt nicht diesen ganzen Beitrag im Stil des Businesshoroskops, ich hab das jetzt out of my system und bin bereit, quick and dirty meine operativen Tools erlebbar zu machen.

Kommt ihr mit?

SAMSUNG CSC

 

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Loast Beef

31. Mai 2016

Die ersten Tage unserer Japanreise haben wir innerhalb Tokyos verbracht und dabei hin und wieder mal ungefähr das japanische Äquivalent einer S-Bahn benutzt, aber heute stand unsere erste etwas längere Reise in … wohl sowas wie einem Interregio an, und damit auch die erste, bei der wir die 1.-Klasse-Sonderfähigkeit unseres machtvollen Railpass+4 nutzen konnten. Wir waren angemessen aufgeregt und wurden sogar im Großen und Ganzen nicht enttäuscht. Leider haben wir trotzdem vergessen, ein Foto vom Innenraum des Zugs zu machen. Der war nun auch nicht ganz grundlegend anders als der von deutschen Zügen, aber ihr kennt das, es sind die kleinen Unterschiede, die eine Reise spannend machen. Wir fanden es zum Beispiel toll, dass die Mitarbeiterinnen von Japanese Railway sich vor dem Verlassen eines Wagens immer noch mal umgedreht und zu den Reisenden verneigt haben.

Zum Ausgleich haben wir sehr viele Fotos vom Außenraum des Zuges gemacht. Auch wieder nicht, weil da unfassbare Schönheiten zu sehen waren, sondern um einfach mal festzuhalten, wie Japan so aussieht, wenn man durchfährt. Nämlich zum Beispiel so:

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Zum Schrein

18. März 2016

Wir bei überschaubare Relevanz sind manchmal ein bisschen langsam, aber wir geben nicht auf. Niemals. Wir geben nicht auf. Egal was passiert. Wir geben nicht auf. Also, was ich eigentlich sagen wollte: Die Reiseberichte kommen, auch wenns dauert. Und dies ist der zweite.

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Entgegen weit verbreiteten Vorurteilen spinnen Japaner und Japanerinnen gar nicht selbst. Dafür haben sie Spezialisten. Und Spezialistinnen, nehme ich an. Man sieht das nicht so von Weitem.

24. Januar 2016

Wir waren im Urlaub. Das ist schon eine Weile her, aber ich will euch trotzdem noch davon erzählen. Es war toll. Wir waren in Japan.

Oh. Ihr wollt noch mehr Einzelheiten? Dann müsstet ihr bitte einmal da drauf klicken:

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Poe’s Law

31. März 2011

Japan braucht Jesus. Niemand wird das bestreiten können, denn wer braucht ihn nicht? In Japan aber bietet sich gerade eine besondere Gelegenheit:

Durch Erdbeben, Tsunami und Fukushima I haben die Menschen dort den Tod und das Verderben und kein Entkommen so greifbar nahe vor Augen, dass ihnen jetzt die Rettung gebracht werden muss!

Sollte also jemand von euch die Zeit und das Geld für eine Reise erübrigen können, solltet ihr euch diese Chance nicht entgehen lassen. Nicht vergessen:

Die Ernte ist groß!

Warum seid ihr immer noch hier?


Von Kirchen und Dörfern, Teppichen und Füßen. Und Kernkraftwerken.

14. März 2011

Ich war früher einmal ein echter Fan der Kernenergie. Das lag ein bisschen daran, dass ich mich ausführlich mit dem Thema befasst hatte und die Argumente der Betreiber sehr einleuchtend fand. Es lag etwas mehr daran, dass ich damals noch ziemlich grenzenloses Vertrauen für Experten, Wissenschaftler, technische Systeme und große Konzerne empfand. Und es lag sehr, sehr viel daran, dass ich mich gerne mit den Vertretern der „Wenn ihr unser Leben nicht achtet, achten wir eure Gesetze nicht“-Fraktion streiten wollte, die ich bis heute als unerträglich selbstgerecht empfinde. Ich war damals natürlich kaum weniger selbstgerecht (Ein Schelm, wer jetzt Böses denkt!), aber das bisschen hat mir gereicht.

Ich bin heute immer noch davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung wäre, die bestehenden Kraftwerke weiter laufen zu lassen. Da aber der zweite oben genannte Grund inzwischen weitgehend weggefallen ist, ich den dritten etwas entspannter sehe und ich inzwischen ein bisschen was darüber gelernt habe, wie weit entfernt von allen marktwirtschaftlichen Prinzipien unsere Stromversorgung abläuft, würde ich mich heute aber nur noch zu den moderaten Unterstützern dieser Technologie zählen. Ich erkenne an, dass man mit guten Gründen Kernkraftwerke ablehnen kann.

Trotzdem war mein erster Gedanke in Bezug auf die drohende nukleare Katastrophe in Japan nicht Sorge um die potentiellen Opfer, sondern eher so ein prophylaktisch genervtes Stöhnen in Erwartung der hilf- argumenten- und nutzlosen Debatte, die dieses Ereignis hier in Deutschland entfesseln würde.

Ja, in Kernkraftwerken kann es bei geeigneten Rahmenbedingungen zu einer Kernschmelze kommen, und dabei können viele, viele Menschen sterben. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder ein Lügner, schlecht informiert, oder sonst irgendwie neben der Spur, vielleicht auch alles davon. Das ist keine neue Information. Das ist keine Erkenntnis, die uns bisher beim Bau und der Planung von Kernkraftwerken fehlte. Sie ist der Grund, aus dem zum Beispiel das Kraftwerk Mülheim-Kärlich niemals ans Netz ging.  Inwiefern beeinflussen die Ereignisse in Japan, so furchtbar und traurig sie sein mögen, die Energiepolitik hier in Deutschland?

Ja, der Preis für den Betrieb von Kernkraftwerken lässt sich in Menschenleben messen. Aber wir machen uns etwas vor, wenn wir glauben, dass das nicht auch für den Preis von Frühstückseiern, Turnschuhen, oder den elektronischen Geräten gilt, die ihr gerade benutzt, um diesen Beitrag zu lesen. Menschen sterben beim Bau von Häusern, sie sterben bei Unfällen in Kohlebergwerken, sie sterben bei Zugunglücken, und sie sterben in Krankenhäusern. Sie sterben auf alle möglichen Arten und an allen möglichen Orten, aber früher oder später sterben sie alle. Gleichzeitig verlängern und verschönern Frühstückseier, Turnschuhe, Laptops, Smartphones und Kernkraftwerke aber auch Menschenleben, und wir hoffen, dass dieser Aspekt überwiegt.

Die (etwas angestaubte) Erkenntnis, dass Menschen auch durch Unglücke in Kernkraftwerken sterben, ist also per se kein Grund, deren sofortige Abschaffung zu fordern. Sie ist ein Grund, systematisch und rational zu analysieren, ob es eine gute Idee ist, weiterhin Strom aus Kernenergie zu gewinnen. Was ich kürzlich zum Bau von Kirchen und Pyramiden schrob, gilt auch für Kernkraftwerke: Wir müssen Kosten und Nutzen abwägen, und wenn die Kosten den Nutzen überwiegen, dann sollten wir es lieber lassen. Ich habe den Eindruck, dass diese Abwägung bei der Entscheidung über den Einstieg in die Kernenergie nicht richtig stattgefunden hat, aber das ist kein Grund, bei der Entscheidung über den Ausstieg wieder darauf zu verzichten.

Wahrscheinlich können wir Lehren aus dem Unglück in Japan ziehen. Jetzt ist es dafür zu früh, denn noch wissen wir nicht einmal, wie die Sache ausgeht, geschweige denn, wie man sie hätte verhindern können und was genau falsch gelaufen ist. Vielleicht ziehen wir zum Schluss die Lehre, dass wir keine Kernkraftwerke mehr betreiben sollten. Oder zumindest keine mit Siedewasserreaktoren, bei denen die Gefahr einer Kernschmelze meines Wissens erheblich höher ist. Vielleicht sind Druckwasserreaktoren in Ordnung. Vielleicht ziehen wir auch nur die Lehre, dass man in erdbeben- und tsunamigefährdeten Gebieten keine Kernkraftwerke bauen sollte, und dass in einem glücklicherweise sturzlangweiligen Land wie Deutschland weiterhin der Nutzen überwiegt.

Vor allem aber sollten wir endlich eine Lehre ziehen, nicht nur in Bezug auf Kernenergie: Wut und Angst sind genauso schlechte Ratgeber wie Technikeuphorie und der unreflektierte Rechtfertigungsdrang, der jetzt von manchen Kernkraftapologeten Besitz ergreift (Auch hier denken wieder nur Schelme Böses.).

kleiner Exkurs: Was ist das eigentlich für ein blöder Spruch, man dürfe nicht auf dem Rücken der Opfer Wahlkampf betreiben? Warum wollen immer irgendwelche Leute gerade die wichtigsten Themen aus dem Wahlkampf ausklammern? Was für ein Demokratieverständnis haben die denn? Exkurs zu Ende

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut darin, in Wahrscheinlichkeiten und Risiken zu denken. Deshalb kommen uns Flugzeuge wahnsinnig gefährlich vor, deshalb ist Glücksspiel immer noch ein echt einträgliches Geschäft, und deshalb sind wir auch nicht in der Lage, die Risiken bestimmter Technologien intuitiv einzuschätzen. Und besonders schwer fällt uns diese Einschätzung angesichts erschütternd großer Zahlen, wie bei einem Flugzeugabsturz, einem Lottogewinn oder eben einer Kernschmelze.

Ich gebe nicht vor, die Antwort zu kennen. Aber ich fände es schön, wenn wir uns wenigstens auf einen vernünftigen Weg einigen könnten, sie zu finden. Jetzt gerade sind wir davon nämlich sehr, sehr weit entfernt.

Nachtrag: Den bisher ersten vernünftigen Blogpost zu diesem Thema habe ich gerade beim überhaupt äußerst lesenswerten Filterblog gelesen, dessen Autor übrigens aus meiner ehemaligen Heimat stammt. Und wer sich für technische Einzelheiten interessiert, findet diese sehr schön in diesem Artikel der New York Times erklärt.

Späterer Nachtrag:  Das Antibürokratieteam verweist auch diesen interessanten Blogpost, der sich ganz gut mit meinem Kenntnisstand deckt, auch wenn ich den Wahrheitsgehalt natürlich nicht bis ins Letzte beurteilen kann: Why I am not worried about Japan’s nuclear reactors