Projekt 52 Bücher (3)

4. Februar 2013

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Na gut, ich kann mich ja auch nicht immer ganz verweigern, und das aktuelle Thema geht ja auch wirklich, da will ich also mal fair bleiben und einfach sagen, was

Das nächste MUST-HAVE-Buch

für mich wird. Ich meine, schließlich ist das für einen leidenschaftlichen Bewunderer guter Geschichten doch überhaupt kein Problem, man muss ja nur ein Buch benennen, das man noch nicht hat, das man aber um jeden Preis haben will, und …

ähm…

Ja, also …

Ich hab keine Ahnung. Schon ganz grundsätzlich neige ich nicht dazu, mich auf Bücher zu freuen, bevor ich sie aufgeklappt habe. Und nur in seltenen Ausnahmefällen erlaube ich mir immerhin schon mal ein bisschen Freude, bevor ich sie wieder zuklappe, denn ich weiß ja genau, dass man mit genug bösem Willen auch ein eigentlich echt gelungenes Werk über ein paar Seiten noch komplett in den Abgrund stürzen kann.

Das einzige Buch, das ich derzeit guten Gewissens mit überschaubarer Dehnung des Begriffs als Must-have-Buch (Die Großbuchstaben muss ich auf jeden Fall weglassen, das wäre einfach nur noch unehrlich, und die würde mir doch eh niemand abnehmen.) bezeichnen könnte, wäre so ziemlich jedes von John Ajvide Lindqvist, obwohl die Beschreibungen echt nicht gut klingen, einfach nur, weil ich Let the Right One In so toll fand, aber weil ich darüber schon in den letzten beiden Beiträgen zu diesem Projekt geschrieben habe, kommt es mir doch inakzeptabel vor, auch den dritten zu nutzen, um schon wieder von Lindqvist zu schwärmen, deshalb muss also eine Alternative her.

Hm.

Na gut.

Nehmen wir das:

Surrender

Der dritte Band aus Glen Cooks Reihe „The Instrumentalities of the Night“, nicht weil ich besonders drauf brennen würde, es zu lesen, das ist wie gesagt nicht mein Ding, sondern weil Glen Cook einfach ein ganz, ganz großer Autor ist, den trotzdem unverdienterweise kaum jemand kennt, und den ich deshalb gar nicht genug empfehlen kann. Gut, ich muss auch selbst zugeben, dass die ersten beiden Bände für mich persönlich eher in die Kategorien „beeindruckend“ und „wahnsinnig gut geschrieben“ als „unterhaltsam“ oder „kurzweilig“ passten, aber mein Geschmack muss ja nicht eurer sein, und wenn euch „wahnsinnig gut geschrieben“ noch nicht reicht, dann kann ich euch auch nicht helfen.

kthxbai.


Projekt 52 Bücher (2) – in dem ich gleich mal demonstriere, dass ich die Regeln und das ganze Projekt nicht ernst nehme und sowieso schreibe, wonach mir gerade ist

28. Januar 2013

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Unsere zweite Aufgabe lautet:

Stell dir vor, du könntest dein Frühstück, dein Mittag und dein Abendessen auf verschiedenen Kontinenten einnehmen, wohin würdest du reisen, was würdest du essen und welche Bücher würdest du auf die Reise mitnehmen?

Und ich dachte beim Lesen gleich:

01-how-about-no-bear

 

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Projekt 52 Bücher (1)

21. Januar 2013

Nein. Nein, so ist das gar nicht. Ihr schätzt das völlig falsch ein. Mein Entschluss, an Fellmonsters Projekt 52 Bücher teilzunehmen, hat nichts damit zu tun, dass Guinan mich in ihrem Beitrag dazu empfohlen hat. So eitel bin ich nicht. Ihr tut mir Unrecht.

Es liegt ausschließlich daran, dass mir gerade nichts Besseres einfällt.

Und daran, dass mir das aktuelle Motto, so mitteleinfallsreich es sein mag, sehr zupass kommt, denn

ich lese zurzeit

ein sehr, sehr empfehlenswertes Buch, dem ich lange Zeit Unrecht getan habe, einfach nur, weil ich dazu neige, vorschnell zu urteilen.

Let the right one in

Es ist jetzt rund zweieinviertel Jahre her, dass ich über den Film schrieb:

Es geht um Oskar, einen zwölfjährigen schwedischen Jungen, der von seinen Klassenkameraden misshandelt wird, und um Eli, ein (schon sehr lange) zwölfjähriges Vampirmädchen (ungefähr), das sich mit ihm anfreundet. Der Film erzählt seine Geschichte auf eine sehr langsame, wirklichkeitsnahe, ereignisarme Weise, und legt dabei keinerlei Wert auf ästhetische Bilder. Wie im richtigen Leben gibt es keinen Helden, keinen Bösewicht, und eigentlich auch kein Ende.

[…]

Wenn ich ehrlich sein soll, muss ich sagen, dass “Låt den rätte komma in” mir nicht gefallen hat, aber ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe. Es ist vielleicht auch einer dieser Filme, die mich so lange nicht loslassen, bis ich selbst eine Geschichte über dasselbe Thema geschrieben habe.

Ich hatte damals den Eindruck gewonnen, dass das Buch eher düsterer und anstrengender ist als der Film, und weil ich den schon reichlich anstrengend fand, entschied ich mich dagegen, das Buch zu lesen. Ich mag so Kopfschmerzliteratur nicht, die nicht unterhält, sondern nur belastet. Nennt mich oberflächlich, ich hab’s verdient.

Aber dann kürzlich erwähnte die wundervolle Maven of the Eventide in einer ihrer Reviews beiläufig, dass es einer der besten Vampirromane aller Zeiten sei, und weil ich ihrem Urteil vertraue wie keinem sonst ich gerade sowieso auf der Suche nach einem vielversprechenden Buch war und der Film mich erwartungsgemäß wirklich nicht losgelassen hat und, wie das bei solchen Filmen oft ist, im Laufe der Zeit in meiner Erinnerung immer besser geworden war, entschied ich mich um und holte mir das Buch.

Im Gegensatz zum Film lese ich es nicht im schwedischen Original mit Untertiteln, sondern einfach auf englisch, weil hat sich so ergeben, und ich habe es jetzt ungefähr zu einem Viertel durch und bin begeistert. Ganz viel. Wo der Film oft sehr schwergängig und langweilig ist, ist es das Buch nie, und wo der Film nach meiner Erinnerung viele der schwierigen Themen des Buches ausgelassen oder nur angedeutet hat (Pädophilie und Inkontinenz, zum Beispiel), spricht das Buch sie direkt an, und schafft es dabei trotzdem, noch wesentlich unterhaltsamer und leichter daherzukommen als der Film, was natürlich nicht heißt, dass ich es für Leute empfehlen würde, die auf solche Themen empfindlich reagieren. Es ist schon ernst. Aber klug, und wer ernste Themen klug behandelt, kann dabei einfach nicht ganz ernst bleiben. Das ist John Ajvide Lindqvist bisher unfassbar gut gelungen, ebenso wie die überzeugende Schilderung der Perspektive eines zwölfjährigen Jungen, und überhaupt alles. Wenn es so weitergeht, dann könnte es passieren, dass ich mein Top-Buch 2013 schon im Januar zu Ende lese.

Kapitales Ding. Unbedingte Empfehlung, ausdrücklich nicht nur für die Freunde von Vampirgeschichten. Losgehen, kaufen. Jetzt. Sofort. Was macht ihr noch hier?