Es gibt keinen Löffel

24. Juli 2013

Wie das so geht im Leben, da fragt mich gerade gestern noch jemand, wann ich das nächste Mal über die FAZ herziehe, und dann liefert die mir wie bestellt eine Vorlage, von der ich geradezu zu sabbern anfange, aber vielleicht interessieren euch die Details meines Metabolismus nicht so sehr, deswegen kommen wir doch lieber zu den hehreren Inhalten der menschlichen Existenz. Das ist allein deshalb schon angezeigt, weil wieder einmal eine Katastrophe droht,

und wieder einmal jemand den aber wirklich ganz sicher hundertprozentig einzigen Weg kennt, sie abzuwenden:

Nur wenn wir den Verlockungen des Datenkonsums widerstehen, können wir die Katastrophe doch noch verhindern.

Genau so sieht es nämlich aus, liebe Leserinnen. Wir kennen sie alle, die kurz- und langfristigen Folgen überzogenen Datenkonsums. Wir sehen sie Abends auf dem Weg nach Hause in den Ecken liegen und stöhnen, die Datenleichen, wir sehen die hungrigen ausgemergelten Gesichter der vernachlässigten Kinder von Datenjunkys in den Nachrichten, und wir … Na gut, ich nehme an, ihr habt verstanden, worauf ich hinaus will.

Überlassen wir die peinlichen Albernheiten lieber den Spezialisten:

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„Beinahe“ zählt nur bei Hufeisen und Handgranaten

9. April 2011

Ich war erstaunt. Ich war verwirrt. Ich war völlig verunsichert und fassungslos.

Ich las ein Interview mit Sigmar Gabriel, in dem der Mann im Großen und Ganzen halbwegs vernünftige Sachen sagte. Natürlich kann man über Vieles streiten, und in manchen Fällen würde ich ihm nachdrücklich widersprechen, aber zumindest schien es eine Zeitlang so, als hätte er überhaupt nichts völlig Dämliches gesagt.

Natürlich hat er das nicht durchgehalten.

FAZ: Was ist schlimmer: Der nukleare GAU oder die Klimakatastrophe?

Gabriel: Die Atomkraft ist dauerhaft das größte Risiko, weil wir sie im Fall eines Unfalls nicht beherrschen. Was das bedeutet, erleben wir gerade in Japan. Den Klimawandel können wir immerhin berechnen und Schritt für Schritt bekämpfen. An den Klimazielen darf sich durch den Atomausstieg nichts ändern.

Boah… Also… Ich meine, bei allem Respekt vor den Sorgen von Kernkraftgegnern, gerade angesichts der Katastrophe in Japan: Welcher Begriff ist beleidigend genug, um die Behauptung zu beschreiben, ein Kernkraftwerk sei nicht beherrschbar, während wir das Klima unseres Planeten im Verhältnis ziemlich gut im Griff hätten? Hallo?

Das liegt jetzt wirklich nicht daran, dass ich die Dringlichkeit des Ausstiegs aus der Kernenergie nicht sehe, dass ich der SPD politisch fernstehe, oder dass ich Gabriel sowieso schon seit Langem nicht leiden kann. Diese Argumentation ist doch nun wirklich so dumm, dass es sich kaum noch in Worte fassen lässt.

Oder?