Wie konnte das denn passieren?

13. Januar 2017

Ihr müsst jetzt alle ganz, ganz stark sein.

Erinnert ihr euch noch an die Sache mit den Nordafrikanern in Köln? Ja, seht ihr… Das ist so:

Die überprüften Männer würden stattdessen zu einem großen Teil aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan, aber nur zu einem geringen Teil aus Nordafrika kommen. 

Ist das zu fassen? Dabei hat man sich doch solche Mühe gegeben. Ich denke, das lässt sich eigentlich nur damit erklären, dass diese Leute bewusst versucht haben, unsere Sicherheitsbehörden in die Irre zu führen, denn eigentlich weiß man doch, wie ein Nordafrikaner aussieht, oder wie oder was?

Na gut. Aber Herkunft hin oder her, zumindest hat die Polizei doch durch ihr entschlossenes Eingreifen sicher verhindert, dass unschöne Ereignisse wie auf der Silvesterfeier zuvor sich wiederholen, und das ist doch die Hauptsache?

Nach Angaben des Kölner Polizeipräsidenten Jürgen Mathies konnten seine Beamten bislang keine Überschneidungen der Männergruppen aus 2015 und 2016 feststellen.

WAS? Aber … aber…? Aber wie erklären wir uns denn dann…?

Die [Kölnische Rundschau, leider schreibt die Zeit nicht dazu, wo, sonst hätte ich das natürlich direkt verlinkt.] zitiert auch einen Ermittler, wonach es derzeit am wahrscheinlichsten sei, dass viele Männer sich schlicht aus verschiedenen Flüchtlingsunterkünften im Bund oder im Land kannten und sich verabredet hatten, Silvester gemeinsam in der nächstgelegenen Großstadt zu feiern.

Tse. Na, Sachen gibts. Wer hätte das für möglich gehalten? Konnte ja nun wirklich niemand ahnen, oder?

Na gut. Zumindest kann man davon ausgehen, dass nach so viel prinzipiell durchaus erfreulicher Selbstkritik der Kölner Polizei nun bald auch andere nachziehen. Ich rechne zum beispiel morgen mit einer großen Überschrift in der Bild-Zeitung, so ungefähr wie: „NA GUT, EIN PAAR SACHEN VIELLEICHT DOCH NICHT GANZ RICHTIG GEMACHT“ oder „Sensation! Grün-fundamentalistische Intensivschwätzer offenbar viel weniger realitätsfremd als bisher vermutet!“ oder so. Und sicher sind die vielen Internetkommentator(inn)en, die Frau Peters Frage unverschämt und inakzeptabel fanden, auch schon dabei, Richtigstellungen zu tippen. Oder was meint ihr?

[Ja, die Kölner Polizei hat wiederum Teilen der Berichterstattung irgendwie gewissermaßen widersprochen. Führt für mich aber eigentlich nur zu der Frage, ob die sich vielleicht mal jemanden suchen wollen, der sich professionell um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.]


Einfach wirken lassen

5. Januar 2017

„Dieser Begriff ist frei jeder Wertung“, sagte der [Polizei]Sprecher. Er beschreibe auch nur generell „Menschen eines bestimmten Phänotyps“, wobei in der Gruppe der „Nafris“ auch Intensivtäter vorkommen würden. […]

Was genau einen Menschen zum potenziellen „Nafri“ macht, ob es die Hautfarbe, Frisur oder Kleidung sei, das wollte der Sprecher nicht sagen, ergänzte jedoch: „Wie ein Nordafrikaner grundsätzlich aussieht, das weiß man.“

[Der Begriff „Nafri“ bezeichnet] Nordafrikaner allgemein, sagte die Kölner Polizei gestern. Der Begriff bezeichnet aber auch Intensivtäter aus Nordafrika

Alles richtig gemacht.


Das wird man doch wohl noch sagen dürfen

4. Januar 2017

Ich persönlich bin ja dafür, dass Leute, die den Begriff Nafri okay finden, es aber als unfassbar unsensibel und unangemessen bewerten, wenn eine Bundestagsabgeordnete mal schüchtern fragt, ob ein rassistischer Polizeieinsatz eigentlich okay ist, ihre dumme Fresse halten.