Warum ich Blogposts nicht kommentiere

5. März 2013

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Restebloggen zum Wochenende (75)

9. Oktober 2011
  1. Ich bin ja immer ganz hin und her gerissen, wenn ich lese, dass jemand in seinem Blog Kommentare einer bestimmten Art und Richtung generell nicht mehr akzeptiert. Ich kann das einerseits durchaus verstehen, aber… Ja, was aber eigentlich? Wer ein Blog schreibt, um Spaß dran zu haben, der hat keinerlei Verpflichtung, das auf eine bestimmte Art zu tun, schon gar nicht mir gegenüber. Aber ich finde es andererseits… merkwürdig, wenn jemand einfach eine bestimmte Meinung aussperrt. Klar, Beleidigungen und völligen Unfug, der die Diskussion nur stört, muss man nicht stehen lassen. Aber sachlichen Widerspruch blocken? Ich kann nicht anders, als vor so jemandem ein bisschen Respekt zu verlieren.
  2. Daniel Drungels schreibt kurz aber eindrucksvoll seine eigene Aufforderung an die FDP, endlich einzugehen: „Wie es auch kommen mag. Die FDP wäre in beiden Fällen erledigt, wenn Brüderles Aussage zutrifft. Endlich.
  3. Alle, die sich dafür interessieren, kennen es schon, aber das hat mich ja noch nie aufgehalten:
  4. Jan Filter zur dänischen Steuer auf gesättigte Fettsäuren: „Auch in Deutschland kennen wir bereits jede Menge anderer Steuern, deren Sinn schlicht und ergreifend die Erziehung (und damit einhergehend zwangsläufig die Entmündigung) der Bürger ist: Steuern gibts nämlich auf alles böse, also auf Zigaretten, Alkohol, Glücksspiel, Autos+Benzin+KFZ-Versicherungen usw.usf. Alles kein Zufall, sondern das Ergebnis der Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung, eigenständiges Denken in Raten immer weiter zu verstaatlichen.
  5. Ich weiß, es spricht nicht unbedingt für mich, dass mein Anspruch an Humor schon gedeckt ist, wenn man Leuten große Glubschaugen ins Gesicht photoshoppt, aber ich kann doch auch nichts dafür, ich falle jedes Mal fast vom Stuhl, wenn ich mir Ainulindale21s Videos ansehe:
  6. faz.net ist auch wirklich nichts zu doof, um den Kindle zu dissen: „Möglicherweise hat die hohe Verkaufsrate aber auch etwas mit der Anfälligkeit des Geräts zu tun. Einmal vom Nachttisch gefallen: Bildschirm hinüber. Einmal in der Handtasche eingeklemmt: nichts geht mehr. Es in fünf Monaten auf drei Kindles zu bringen, ist nicht schwer. An diesem ärgerlichen Umstand ändert auch der exzellente Kundenservice nichts, der umgehend kostenlosen Ersatz schickt.
    Also zunächst mal: Ich habe einen Kindle, ich gehe wirklich nicht besonders vorsichtig damit um, er hat mich auch schon mehrfach in den Urlaub und an Strände begleitet, und es war nie irgendwas damit. Und zweitens: Wenn ich ein technisches Gerät innerhalb eines halben Jahres zweimal durch eigene Dummheit zerstört hätte, und es zweimal kostenlos ersetzt bekommen hätte, hätte ich ganz bestimmt nicht die Frechheit, dem Hersteller daraus einen Vorwurf machen zu wollen.
  7. So. Das war’s. Es reicht. Ich hab die Nase voll. Jetzt habe ich einmal zu oft einen Rückgriff auf Ayn Rands Quatschphilosophie im Zusammenhang mit ernsthaften liberalen Inhalten gelesen. Jetzt habe ich genug davon, immer nur sagen zu können, dass ich ihren Bockmist zwar nicht gelesen habe, aber trotzdem beurteilen kann, dass ihr Objektivismus Unfug ist. Jetzt lese ich Atlas Shrugged von Ayn Rand. Und Fuck Me, ist das Ding lang. Boah. Das wird mir noch so Leid tun. Und je nachdem, wie es läuft, werde ich euch über meinen Fortschritt auf dem Laufenden halten. Möglicherweise unter einem Titel wie diesen: „Ayn-Rand-Wochen bei überschaubare Relevanz“; „Am Rand des Wahnsinns“; „Ayn bisschen dumm“; „Rand-Rant“; „Halt den Rand“; „Atlas Sucked“. Mal sehen. Für weitere Vorschläge in den Kommentaren bin ich jedenfalls außerordentlich dankbar.

Der Kommentar eines Irrsinnigen

25. Juli 2011

Ich habe für den von Stefan Niggemeier angeregten Wettbewerb um den dümmsten voreiligen Beitrag zu den Anschlägen in Oslo eine Ergänzung vorzuschlagen: Georg Paul Hefty hat auf faz.net einen Kommentar verfasst, der insgesamt wohl mit nutzlos und dumm noch ausreichend bewertet ist, aber aus zwei Gründen doch auf einen Spitzenplatz gehört:

Erstens ist es langsam zu spät, um noch die Ausrede eines voreiligen Beitrags zu nutzen. Zweitens bekommt Herr Hefty Bonuspunkte für die dämlichste Verrenkung aller Zeiten, um noch der offenbar ehernen Regel zu genügen, dass alle Mörder immer feige sein müssen:

Wie irrsinnig der Täter von Oslo und Utoya ist, zeigt mehr als sein Handeln der Schlusspunkt, den er zu setzte: er ließ sich von der Polizei festnehmen – ohne sich einerseits zu wehren und damit seine Erschießung zu provozieren oder andererseits sich selbst zu erschießen. Ein Mensch, der im Alter von 32 Jahren, also jenseits von kindischer Uneinsichtigkeit und diesseits von Altersverstocktheit, eine Stunde lang auf Mädchen und Jungen geschossen hat und dabei das Töten beabsichtigt und wohl auch wahrgenommen hat, bildet sich also ein, mit dieser Last fortan leben zu können – und zwar, da es die Todesstrafe in Europa nicht gibt, über Jahrzehnte bis zu seinem natürlichen Ableben.

Wenn sich nicht noch herausstellt, dass diesem Mann eine medizinisch aussichtslose Diagnose gestellt worden war, dann hat die Welt es hier mit einer Mischung aus unfassbarer Grausamkeit den Mitmenschen gegenüber und entlarvender Feigheit sich selbst gegenüber zu tun. 

Äh-hä-bä-dädä- Was?

Noch mal: Dass der Täter sich einfach widerstandslos hat festnehmen lassen, ist sein deutlichstes Zeichen von Irrsinn. Dass er eine Bombe in einer Großstadt gelegt und dann ein paar Jugendliche erschossen hat, ist natürlich auch ein bisschen komisch, aber es reicht offenbar bei Weitem nicht an den Irrsinn heran, danach nicht sterben zu wollen. Das ist der Teil der Tat, den Herr Hefty für wirklich krank hält.

Und die abwegige Vorstellung des Täters, mit der Schuld für all seine Morde weiterleben zu können, ist in Herrn Heftys Augen entlarvende Feigheit sich selbst gegenüber.

Obwohl ich ihm natürlich nicht im Ernst Irrsinn unterstelle, kann ich doch ohne jede Übertreibung behaupten, dass mir unbegreiflich ist, wie man sich so einen Quatsch zusammenfabulieren kann. Es ist jenseits meiner Vorstellungskraft, wie man denken muss, um auf die Idee zu kommen, dass der Wille, mit den Folgen seiner Taten zu leben, nicht nur irrsinniger ist als dutzendfacher Mord, sondern außerdem noch ein Zeichen entlarvender Feigheit.

Die vielen Narren, die hier im Internet so rumlaufen, machen den Hinweis wohl erforderlich: Ich schreibe das nicht, um damit den Täter zu loben. Ich nenne ihn übrigens absichtlich nicht beim Namen. Er ist ein erbärmlicher Idiot, ein Niemand, und ich will ihm nicht mal das vernachlässigbare bisschen zusätzlichen Ruhm verschaffen, das eine Erwähnung in meinem Blog wert wäre. Nennt es meinen Beitrag zu nutzloser Symbolpolitik.

Ich schreibe das, weil ich es für unsere Pflicht halte, der Abscheu gegenüber einem Mörder und seinen Taten nicht die eigene Urteilsfähigkeit zu opfern. Das beginnt bei der schon genannten, mir unverständlichen, Notwendigkeit, jeden Mörder „feige“ zu nennen, und geht weiter bei der Idee, dass es als Erklärung reicht, von Irrsinn zu faseln. Täter haben Gründe. Wahnsinn hat Ursachen, und oft genug Methode. Je besser wir diese Gründe, Ursachen und Methoden verstehen, je offener wir dem Irrsinn ins Gesicht sehen, desto besser können wir uns schützen. Und auch wenn Tim und ich schon wissen, was wir von Herrn Hefty und seinen Kollegen zu halten haben, gibt es doch immer noch Menschen, die die FAZ als Quelle von Weltanschauungen und Meinungen ernst nehmen. Erst wenn das aufhört, ist meine Aufgabe getan.


Restebloggen zum Wochenende (60)

17. Oktober 2010
  1. Falls es euch interessiert: Die Debatte um Gott und seine Moral scheint nun – erwartungsgemäß – auf eher unerfreuliche Art zu Ende zu sein. Kommunikation ist immer schwierig, vor allem, wenn beide Seiten sich ziemlich sicher sind, die jeweils andere müsse entweder dumm wie Brot sein, oder unaufrichtig, oder beides, weil man sich ansonsten ihre Position kaum erklären kann. Tja. Ich zweifle auch immer, wie man damit umzugehen hat, aber am Ende bin ich wohl eher auf PZ Myers Seite: Confrontation all the way. Das Wort für Leute mit einer neutralen Einstellung zur Wahrheit ist „Lügner“.
  2. Obwohl diese leidige Religionsdebatte bei mir einen neuen Kommentarrekord aufgestellt hat, war sie doch nichts neben dem epischen Ereignis, das sich zur selben Zeit beim Wortvogel ereignete. 670 Kommentare lang kämpften Andi (Ein anderer, nicht unserer.), Isi, Peroy, der Wortvogel, Marko, Dietmar, ich und noch ein paar andere um – Äh. Naja. Also, wir kämpften für. Öhm. Ja… Es ging um… Jedenfalls haben wir uns sehr lange gestritten.
  3. Andi (Jetzt wieder der richtige.)  hat einen neuen Musik-Contest abgehalten und ist gerade dabei, die Wertungen zu veröffentlichen. Ihr könnt zwar nicht mehr für mich abstimmen, aber ihr könnt zumindest für mich beten. Es scheint, als würde ich das brauchen.
  4. Take me down to the Paradise City
    Take me down to the paradise municipality / where the grass is mauve and the gilrs aren't fromthisreality
    Wer seine Lupe nicht dabei hat, kann klicken und sich das Ganze direkt bei xkcd ansehen. Ich werde aber auch mal schauen, ob ich dieses Problem nicht vielleicht irgendwie auch hier behoben kriege. Vielleicht mit einem anderen Theme, das ein bisschen breitere Beiträge zulässt…
  5. Das Bundesverfassungsgericht hat über ein Alkoholverkaufsverbot entschieden und es mit eher fadenscheinigen Gründen gutgeheißen (oder für die juristisch nicht völlig gleichgültigen: Es hat die Verfassungsbeschwerde nicht angenommen.). Ich stimme dem Verfassungsblog auch in der sachlichen Frage weitgehend zu:
    ob solche Verkaufsverbote irgendetwas bringen außer einem Tätigkeitsnachweis wahlkämpfender Politiker, scheint mir doch zweifelhaft.
  6. Das ZDF hat für die Ausstrahlung der Serie „Mad Men“ auf ZDFneo eine bemerkenswert schlechte Plakatkampagne auf die Beine gestellt, und Peer Schader schreibt drüber:
    Mehr als fünf Minuten Arbeit kann diese Kampagne nicht gemacht haben, und man muss hoffen, dass das ZDF dafür keine Agentur bezahlt hat.
  7. Ist das nur meine Wahrnehmung, oder funktioniert zurzeit bei der Bahn gar nichts mehr? Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal nicht wegen irgendeiner Triebfahrzeugs-, Stellwerks-, Signal-, Schranken- oder einfach „hoher Streckenauslastung“ mindestens 20 Minuten zu spät kam. Diesmal war erst ein Bahnübergang defekt (25 Minuten) und dann der Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens gesperrt (rund 30 Minuten, Umsteigen in S-Bahn). Wenn mich das schon nervt, wie schlimm muss es erst für die Bahnmitarbeiter sein?

Aktion und Reaktion

15. November 2009

Die Kommentare in Blogs sind ja so eine Sache.

Als ich mit diesem Blog hier anfing, dachte ich ernsthaft darüber nach, die Kommentarfunktion komplett auszuschalten, weil ich bei Stefan Niggemeier gesehen hatte, wie anstrengend sowas sein kann. Andererseits fand ich dann aber wieder, dass ein Blog ohne Kommentare drunter ziemlich witzlos ist. Welchen Sinn ergibt es denn, meine Gedanken zu veröffentlichen, wenn es keine Möglichkeit gibt, dass ich eine Rückmeldung dazu erhalte? Dann kann ich auch gleich nur ein Tagebuch in Word schreiben. Außerdem war mir natürlich klar, dass es eine Weile dauern würde, bis ich ein ähnliches Kommentaraufkommen zu befürchten haben würde wie der von uns allen verehrte Medienblogger da oben.

Ich ließ die Kommentarfunktion also, wie sie war, nahm nach ein paar Wochen sogar die Moderationssperre raus, damit jeder Kommentar sofort angezeigt wurde, und ich habe es seitdem kein einziges Mal bereut. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich auch noch mal bei allen Kommentatoren. Durch euch wird mein Hobby erst interessant.

Manche Kommentare ergänzen einen gelungenen Beitrag noch um eine wichtige Einzelheit.
Manche enthalten konstruktive und informative Kritik. Auch wenn sie manchmal wehtun, sind diese eigentlich am wichtigsten. Sie zeigen, wo man falsch gedacht oder unsauber formuliert hat, sie helfen einem vielleicht, Fragen zu beantworten, für die einem selbst keine Antwort eingefallen ist. Zumindest sind sie immer dafür gut, einen zum Nachdenken anzuregen, und mehr kann man sich doch schon fast gar nicht mehr wünschen.
Wieder andere tragen zwar inhaltlich nicht viel bei, sind aber lustig und gut für die Stimmung.
Solche Kommentare erinnern mich dann daran, dass die Interaktivität von Blogs eben doch eine ganz fantastische Sache ist, auch wenn manche Äußerungen unweigerlich aus totalem Unsinn oder dämlichen Gehässigkeiten bestehen. Und sogar die finde ich manchmal durchaus noch unterhaltsam.

Seit ich selbst ein Blog habe, kommentiere ich auch ziemlich regelmäßig selbst die Blogs, die ich gerne lese. Manchmal mache ich damit sehr angenehme Erfahrungen, manchmal aber auch eher unangenehme. In meinem eigenen Blog freue ich mich über so ziemlich jeden Kommentar, und sogar Spam hat manchmal einen gewissen Unterhaltungswert.  Dass Johnny vom Spreeblick oder eben Stefan Niggemeier sich nicht mehr so kindlich über jede Rückmeldung zu ihren Beiträgen freuen können wie ich, kann ich mir aber auch ganz gut vorstellen.

Ich selbst versuche deshalb, mich beim Kommentieren ein bisschen zurückzunehmen und kommentiere nur, wenn es mir wirklich so vorkommt, als hätte ich was zu sagen. Auch, wenn ich dann manchmal trotzdem noch feststelle, dass ich besser geschwiegen hätte.

Worauf ich mit all dem eigentlich hinauswill: Ich wüsste schrecklich gerne, was ihr zu dem Thema so denkt. Wo kommentiert ihr, wo nicht? Über welche Kommentare freut ihr euch in euren eigenen Blogs, und welche findet ihr doof? Und habt ihr in letzter Zeit vielleicht irgendwo einen Kommentar gesehen, der besonders eindrucksvoll beweist, dass es sich doch manchmal lohnt, das ganze Elend zu durchforsten, das unter vielen Blogbeiträgen vor sich hin gärt?


Fremde Federn, mit denen man sich aber weiß Gott nicht schmücken kann

14. August 2009

Gestern habe ich zwei Kommentarstränge in anderen Blogs verfolgt, die ich einerseits ziemlich interessant und andererseits schon ausgesprochen peinlich fand. Sei’s drum, ich will sie euch nicht vorenthalten:

Hier könnt ihr zusehen, wie sich Christian „the Pope“ Kah in der einen Ecke und Volker „the Judge“ Ballmann in der anderen einen ziemlich peinlichen Hahnenkampf liefern und dabei sehr schön den Spruch illustrieren „Never argue with a fool. People might not know the difference.“

Und hier ergeht beim Spreeblick als Reaktion auf den unerwünschten Diskussionsverlauf ein -für mich- etwas merkwürdiger Erlass des Moderators, der dann doch nicht durchgesetzt wird.
„Das wird das letzte Mal sein, dass ich mich inhaltlich zu dem Thema äußere: wer danach hier in den Kommentaren weiterhin postet, Links wäre die Gefahr, wird gelöscht. […] Jede Antwort auf diesen Beitrag wird gelöscht werden […]“

Mich erinnert sowas immer an die berühmten Autounfälle. Man weiß, man sollte nicht hinsehen, aber man tut es trotzdem, weil man ja auch irgendwie neugierig ist. Oder was meint ihr?


Was ist mit den Kommentaren passiert?

6. Juli 2009

Ganz einfach: Ich habe diese verwirrende Funktion abgestellt, die es erlaubt, auf andere Kommentare zu antworten und diese so nach Diskussionsebenen zu ordnen. Stattdessen ist jetzt alles chronologisch, was meiner Meinung nach bei längeren Diskussionen (wie dieser ) am Ende der bessere Weg ist, auch wenn dadurch jetzt bei den älteren Einträgen die Reihenfolge ein bisschen durcheinander gekommen ist. Ich bitte um Verständnis für die Unannehmlichkeiten und hoffe, dass die meisten von euch es ohne diesen Eintrag gar nicht gemerkt hätten.