Integration nur auf dem Blut und Boden des Grundgesetzes

10. Mai 2017

Was ist eigentlich mit diesen Leuten los, die jetzt finden, dass Leitkultur so eine tolle Idee der rechtskonservation Vollhorste ist, dass man sie unbedingt übernehmen und mit Inhalt füllen muss, und die offensichtlich den Unterschied zwischen Rechtsnormen und Kultur entweder nicht verstehen oder in der öffentlichen Debatte nivellieren wollen? Also Leute wie Jörg Bong?

Mit unserer äußersten Kraft und Klarheit müssen wir eine deutsche Leitkultur formulieren, aus vielen Gründen; wir, die genuinen Demokraten, jetzt, unverrückbar – ansonsten formulieren sie ganz andere. Und zwar ganz anders.

Wehe, ihr macht jetzt Namenswitze. Ich merk das. Das ist unter unserem Niveau.

Oder Nils Minkmar?

Oder Henrik Müller?

Was wir brauchen, ist ein Bewusstsein für eine europäische Leitkultur, die längst in Umrissen erkennbar ist.

Es ist gar nicht so leicht zu erklären, was mich daran so nervt, und das ist aber nicht meine Schuld. Klar, was soll ich auch sonst sagen? denkt ihr jetzt, und einerseits habt ihr recht, aber andererseits habe ich einen ziemlich guten Grund für meine Selbstexkulpation:

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Wir sind aber zum Glück auch nicht Thomas.

30. April 2017

Neinnein, keine Sorge, es geht nicht schon wieder um Epistemologie. Es geht um was ganz Anderes, nämlich um die Thesen des Bundesinnenministers zur Leitkultur. Und ja, ich bin das Thema auch leid (Pun not intended.), aber wie ich schon mal schrieb: Wir machen das, bis es alle verstanden haben.

Eine je nach Disposition gute oder schlechte Nachricht vorweg: Ich werde mich hier nicht auf den Originaltext beziehen. Den finde ich nämlich nicht kostenlos, und dass ich mir eine Bild am Sonntag kaufe, sehe ich noch nicht kommen, da brauchts schon ein bisschen mehr Motivation als einen schlechten Besinnungsaufsatz eines Bundesministers. Stattdessen beziehe ich mich auf den Bericht auf faz.net, der etwas ausführlicher ist als andere, aber oberflächlich deckungsgleich mit dem auf bild.de, weshalb ich vorsichtig hoffe, dass sie nichts grob verzerrt haben.

Leitkultur also. Na, das kann doch nur gut werden. Gaudeamus igitur.

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Sie sind Helden.

2. Oktober 2015

Reiner Burger erzählt uns für die FAZ was von den

Helden der Leitkultur,

und er bemüht dafür (bewusst oder unbewusst, das kann ich nicht beurteilen, und traue mir auch keine Einschätzung zu, was ich trauriger fände) denselben ollen Kniff, den … sagen wir mal: konservativ eingestellte Teilnehmende in solcherlei Debatte gerne bemühen, wenn sogar sie selbst eigentlich mitgekriegt haben, dass ihre Ideen Mist sind: Sie geben sie natürlich nicht offen auf, sondern sie lockern die Definition der dafür verwendeten Begriffe so weit auf, dass vom Space Shuttle bis zum Flugzeugträger alles reinpasst, konstatieren, dass doch in den Begriff, von dem sie seit Jahren reden, alles reinpasst, was auch die anderen gerne hätten, und schlussfolgern dann, dass sie doch schon immer recht hatten, um sich mehr oder weniger offen hämisch freuen zu können, dass das jetzt sogar die anderen endlich einzusehen beginnen. Das „sogar“ ist wichtig, denn es kennzeichnet das enorme Ausmaß des eigenen Triumphes.

Sogar politische Wunder sind dann und wann möglich. Gerade macht die Linke ihren Frieden mit der „Leitkultur“. Nach nur 15 Jahren!

Unfassbar, oder? 15 Jahre mussten Helden wie Herr Burger für die doch so wunderbare Idee der Leitkultur kämpfen, bevor endlich die gottverdammte Linke ihren Frieden damit macht.

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