Was man halt so für Tatsachen hält

7. März 2019

Leute, ich freu mich! Ich habe etwas gefunden, das ich schon lange gesucht habe, und jetzt ist es endlich da: einen alten Post von mir, der so schlecht ist, so dumm, so falsch, dass es sich lohnt, 1 neuen drüber zu schreiben.

Ich hätte mir gewünscht, dass es einer ist, in dem ich weniger 1 Arsch bin und in dem nicht ausgerechnet Max Steinbeis Recht hat (Das tut echt weh, das hätte echt nicht sein müssen, aber so ist das halt manchmal, und dann müssen wir da durch.)

Ich habe gerade festgestellt, dass ich 2011 einen ganz klassischen ahnungslosen und dadurch transfeindlichen „Frauen in Männerkörpern sind Männer“-Post geschrieben und in (sowas gab’s damals noch) zahlreichen Kommentaren verteidigt habe.

Es hätte, wie das auch halt immer so ist im Leben, noch schlimmer sein können. Ich habe damals auch schon gesagt, dass ich akzeptiere, wenn jemand sich nicht mit dem eigenen körperlichen Geschlecht identifiziert und die Person dann auch so anreden würde, wie sie will (Ich weiß, furchtbar, aber wäre doch halt noch schlimmer gewesen, wenn ich das Gegenteil geschrieben hätte, oder?).

Er hat es mir auch nicht unbedingt leicht gemacht durch die Formulierung mit dem Männerkörper, die ja wenig Sinn ergibt für die Konzepte, die er meint. (Tut mir leid, ich weiß, man soll sowas nicht auf andere schieben, aber das musste sein, der Hass in mir ist zu stark.)

Und ich stehe heute noch zu dem Teil meiner Argumentation, in der ich finde, dass es ja durchaus sein kann, dass die gängigen Geschlechter nicht (nur) biologisch bestimmt\bestimmbar sind, dass sie aber, wenn man sie einfach durch Erklärung ändern kann, doch eh im Ausweis und Personenstandsregister nichts zu suchen haben, weil sie dann zur Identifizierung nicht nötig sind und wir sie streichen und\oder durch was Sinnvolles ersetzen sollten.

Aber das alles ändert nichts daran, dass ich den gleichen Mist geschrieben habe, für den ich heute andere verachte, und das ist doch eine gute Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass solche Dummheit auch in mir liegt, dass Diskussionen über sowas nicht so nutzlos sind, wie sie sich oft anfühlen und dass sogar so 1 arroganter transfeindlicher (Ist das ein angemessener Ausdruck? Mir fällt kein besserer ein.) Arsch wie ich damals in wenigen Jahren zu so 1 arroganten nicht mehr so transfeindlichen Arsch werden kann wie ich heute. Und es ist 1 Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass manche Dinge, die ich heute schreibe, mir in 8 Jahren womöglich genauso dumm und unsympathisch vorkommen wie jetzt dieser Post von damals.

Und natürlich ist es auch eine Gelegenheit, um Entschuldigung zu bitten, sogar bei Max Steinbeis, und zu sagen, dass es mir leid tut. Ich war 1 Arsch. Ich hätte das nicht schreiben sollen. Ich war im Unrecht.

Und jetzt bin ich nicht sicher, was der sinnvolle Umgang damit ist. Ich habe den Artikel hier nicht verlinkt und nicht zitiert, weil ich keinen Sinn drin sehe, ihn zu reproduzieren. Ich überlege, ob ich ihn lösche oder auf Privat setze. Aber vielleicht hat es auch Vorteile, wenn er zur Dokumentation verfügbar bleibt, mit der Diskussion darunter, in der Leute es mir vergeblich zu erläutern versuchen? Ich könnte das alles ins Moderationsverlies schieben, aber das kommt mir auch sehr unpraktisch vor.

War meint ihr denn? Was würdet ihr machen? Naja wenn ich schon frage, sollte ich auch 1 Link anbieten, oder? Ihr könnt das ja schlecht beantworten, ohne zu wissen, was da überhaupt steht Na gut, hier.