Sigmar Gabriel – des Gottkanzlers Inquisitor

17. Juni 2017

Die Spitze des Flammenden Schwertes der Reinen Gerechtigkeit hob sich zum letzten Mal von Gabriels Schulter, und als der ehemalige Außenminister die Augen wieder öffnete, ergoss sich aus ihnen das gleißende, rote Licht der Sozialdemokratie, mit der der Gottkanzler ihn erfüllt hatte – er war nun Paladin Gabriel: berufen, die Bundesrepublik vor den Mächten der Finsternis zu schützen.

„Erhebe dich!“ sprach der Gottkanzler mit tiefer, wenn auch etwas knarrender Stimme, und sein Paladin gehorchte.

„Befiehl mir!“ rief er, noch immer erfüllt vom Feuer der vor Kurzem errungenen absoluten Mehrheit. „Entsende mich gegen die Feinde des Reiches, Gesalbter, und ich werde sie in deinem Namen auslöschen!“

Martin Schulz‘ huldvolles Lächeln war wie ein Sonnenstrahl, doch schnell verfinsterte sich die Miene des Gottkanzlers, als er an die Gefahr dachte, in die er seinen loyalen Gefolgsmann nun entsenden musste.

„Paladin Gabriel“, sprach er, „zu gerne würde ich dir nach dem harten Wahlkampf, den wir gemeinsam durchstanden haben, Ruhe gewähren, auf dass deine Wunden heilen mögen, die des Liibes wie auch die des Geistes. Doch aus dem Westen dräut eine Gefahr, wie das Reich sie noch nicht gesehen hat. Treuer Gabriel, bist du bereit, dich ihr zu stellen?“

„Ich bins, mein Kanzler!“ rief der Paladin. Als er sprach, gleißte auch aus seinem Mund das reine Licht, das des Gesalbten rote rechte Hand in ihm entzündet hatte. „Nenn mir nur das Ziel, und meine von deiner Kraft geführte Lanze soll es durchbohren!“

Die Augen des Gottkanzlers verließen für wenige Herzschläge das Gesicht seines Dieners, als er sein Gesicht der untergehenden Sonne zuwandte, in Richtung der Bedrohung, die sich aus den bodenlosen schwarzen Tiefen unter Oggersheim zu erheben anschickte, und für einen Moment glaubte er, schon die Erschütterungen spüren zu können, die die Regungen des endgültig besiegt geglaubten Kolosses durch die neue Republik sandten.

Doch die Pflicht zwang ihn, seine Schwermut zu überwinden, und so fasste Martin der Gerechte sich ein Herz, zwang sich zu einem siegesgewissen, strengen Blick und befahl seinem Paladin: „In die Pfalz führt dich deine Mission, mein treuer Freund, in die tiefste Finsternis hinein, bis ins Herz der schwarzen Macht, die wir gerade erst ausweislich des aktuellen amtlichen Endergebnisses überwunden haben, und die doch niemals ganz besiegt ist, denn wes Herz bereits verdorrt ist, der kann niemals sterben.“

Paladin Sigmar zog Atem durch die Zähne, nicht erschrocken, denn sein Herz war gefeit vor Furcht durch die innere Gewissheit seiner Bundesministerpension, aber doch voller Sorge und Pein, dass der alte Feind noch immer die Bürger bedrohte, die zu schützen auch er mit heiligem Eid geschworen hatte.

„Ist es etwa…?“

„Es ist!“ rief sein Kanzler mit stolz erhobenem Haupt. „Der Kampf für Gerechtigkeit, mein treuer Diener, endet niemals und solange der Saumagen des Schwarzen Kolosses noch in den Tiefen unter Deutschland rumpelt, so lange werden gute Männer wie du und ich – ja gut und die Nahles auch, aber mal ehrlich, mich nervt die eigentlich schon lange nur noch, haben wir echt keine andere, die uns helfen kann, ein bisschen weniger wie ein verknöcherter Männerverein auszusehen? – unsere Klingen erheben, um uns ihm entgegen zu stellen. An die Waffen, Brüder – Ja Herrje, Andrea, du bist mitgemeint, wie oft muss ich dir das noch erklären, jetzt stell dich nicht so an! MEGA!“

„MEGA!“ nahm Paladin Gabriel den Ruf seines Kanzlers auf, während auch er seinen mächtigen Mittelfinger zum Himmel erhob und die freie Hand an sein heftig und biologisch unplausibel weit links schlagendes Herz führte.

„MEGA!“

[Dank für die Inspiration an @eilenbrat]


Epic Rap Battles of überschaubare Relevanz

13. März 2017

Falls euch Epic Rap Battles nichts sagt, solltet ihr euch unbedingt hier mal ein paar anschauen. Falls doch (oder falls ihr gerade von deren YouTube-Kanal zurückgekommen seid), freut ihr euch sicher zu hören, dass ich einen mittelmäßigen Abklatsch davon auf Deutsch gemacht hab, ohne Musik und ohne Sprechgesang, aber dafür mit Martin Schulz und Angela Merkel. Viel Spaß!

(Ich hätte es eigentlich lieber vorgetragen, dann wäre auch das Versmaß klarer und alles, aber dann hab ich gedacht, wenn ich das mache, brauch ich verteilte Rollen, und einen Beat drunter, und am besten ein Video, idealerweise mit passenden Verkleidungen, und dann wurde ich ganz plötzlich sehr müde. Versucht es also bitte einfach selbst möglichst passend zu lesen, ja?)

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