Libertäre Arschlöcher

3. August 2011

sollen nicht mit Matt Damon ficken, findet der Wortvogel. Ich möchte mich dieser Forderung hiermit nachdrücklich anschließen. Niemand sollte mit Matt Damon ficken, außer Mrs. Damon Barroso. Ich persönlich hätte auch sowieso gar keine Lust, mit Matt Damon zu ficken. Aber darum geht es hier eigentlich nicht, und wahrscheinlich wolltet ihr das ohnehin nicht so genau wissen. Deswegen höre ich jetzt auf, in unnötig vulgären Worten von Geschlechtsverkehr zu reden und komme zum eigentlichen Thema, also zu diesem Video:

Und auch wenn ich nicht so ganz verstehe, warum dieses harmlose und rundum uninteressante Video dem Wortvogel einen Post wert war, ist es mir seit meinem ersten Kommentar dort nicht gelungen, den Wunsch abzuschütteln, was dazu zu sagen. Ich fühle mich nämlich angesprochen, wenn irgendwo von libertären Arschlöchern die Rede ist.

Erstens ist die grundsätzliche Idee, dass man schlechte Lehrer entlassen sollte, nach meinem Verständnis nichts besonders Libertäres. Das ist einfach nur ein ziemlich selbstverständliches Ergebnis, zu dem jeder Mensch ohne ideologische Hilfe kommen sollte: Wenn jemand schlecht in seinem Job ist, sollte er ihn nicht länger ausüben.

Zweitens ist die Idee, dass die Angst davor, seinen Job zu verlieren, einen zu einem guten Lehrer macht, auch keine besonders libertäre Idee, sondern einfach nur eine ziemlich dumme. Und die Idee, einem Schauspieler wie Matt Damon zu sagen, dass die Angst davor, seinen Job zu verlieren, ihn zu einem besseren Schauspieler mache, ist eigentlich nur noch dadurch zu erklären, dass die Dame offenbar für Faux News arbeitet. Ich sehe tendenziell keinen großen Vorteil daran, Leuten zu versprechen, dass sie ihren Job für alle Zeit behalten dürfen und finde, dass man damit unnötige Missbrauchsmöglichkeiten eröffnet, aber ich bilde mir auch nicht ein, dass die Drohung mit Kündigung  das ist, was den Lehrern dieser Welt noch als Motivation fehlt.

Und drittens liegt es doch sicher nicht nur an meiner eigenen fast libertären Grundhaltung, dass ich eine gewisse Ironie darin sehe, der Reporterin erst vorwerfen, sie würde das Problem zu sehr vereinfachen, um gleich darauf zu sagen: „Teachers want to teach“, als wäre damit alles klar. Sicher, seine Mutter stand neben ihm, und die ist offenbar Lehrerin, aber sogar die Sozialisten unter euch werden mir doch wahrscheinlich zustimmen, dass unfähige und unwillige Lehrer… sagen wir mal: kein völlig unbekanntes Phänomen sind.

Viertens, und das ist mir besonders wichtig: Wer Leuten vorschreiben will, wen sie heiraten dürfen und wen nicht, und was Frauen mit ihrem eigenen Körper machen dürfen, und was nicht, und wer Steuergeld für Kreuze in Gerichtssälen und für Gebetsstunden in Parlamente und für riesige Zehn-Gebote-Denkmäler ausgeben will, und wer permanent Subventionen für irgendwelche Industriestandorte in seinem Wahlbezirk fordert, ist nicht libertär! „Die Konservativen in den USA“ sind also vielleicht echte Arschlöcher, aber ganz sicher keine echten Schotten Libertären.