Lyrimo 12: November Haiku

12. November 2019

Ein Haiku soll es diesmal sein. Damit also jetzt mal der erste Impuls, bei dem sich sogar hier auf überschaubare Relevanz nichts reimt:

Reifen, die spritzen

Matsch bestreicht den Rucksack

Radfahren im Herbst


Lyrimo 11: Medientransfer, Musik

11. November 2019

Der heutige Impuls hat ein Werk inspiriert, das seine Funny-van-Dannen-Wurzeln nicht verbergen kann, und es auch nicht versucht:

Nie wieder Grieg

Alle wissen wie teuer Rat ist,

alle wissen, dichten ist schwer,

Alle wissen, wie kratzig Bart ist,

und wie zäh manchmal der Verkehr.

Alle wissen, wie schlimm Rassismus, und wie machtlos Politik ist,

Aber niemand hat uns gesagt, wie langweilig Grieg ist.

Alle wissen, wie wichtig Mut ist,

Alle wissen, Drogen sind schlimm.

Alle wissen, dass Lyrik gut ist,

Und dies ist Lyrik, jetzt nimm!

Alle wissen, wie kostbar Kultur, und wie verdrossen die Politik ist,

Aber niemand hat uns gesagt, wie langweilig Grieg ist.

Jetzt hab ich wieder einen Impuls verhauen,

und ich bin sicher, ihr fühlt mit mir.

Ihr dachtet ihr könnt mir vertrauen,

und schon wieder so ein Quatsch hier.

Blogs sind nicht mehr, was sie mal waren, und ihr seht, wie wichtig Kritik ist

Warum hat denn nur niemand gesagt, wie langweilig Grieg ist?

Das hätte uns jemand sagen müssen, doch niemand hat es gewagt

Mein Gedicht wär trotzdem nicht gut, aber ich hätte mich anders beklagt!

Nun hören wir den lahmen Mist da und zweifeln, ob auch das Musik ist,

Wie hätten wir ahnen können, wie langweilig Grieg ist?


Lyrimo 10: Pantun

10. November 2019

Hybris

Pantun hatt‘ ich wie Elfchen auch noch nicht gehört,

Es war mir Pantun so bis heute kein Begriff

aber diesmal wurde es immerhin erklärt,

so müsste das jetzt klappen mit dem Siff.

 

Es war mir Pantun so bis heute kein Begriff,

doch kein Problem, das geht, ich rotz was raus,

so müsste das jetzt klappen mit dem Siff.

Ich fühl mich mit dem Pantun wie zu Haus.

 

Echt kein Problem, das geht, ich rotz was raus,

Unkenntnis hat mich vorher auch noch nie gestört.

Ich fühl mich mit dem Pantun wie zu Haus.

Pantun hatt‘ ich wie Elfchen auch noch nicht gehört,


Lyrimo 8: Einsilbig

8. November 2019

Jaaa, auch ich hab inzwischen verstanden, wie das mit dem Elfchen gestern eigentlich gemeint war. Tut mir leid. Ich bin neu hier, okay?

Auf zu neuen Niederlagen: Einsilbig heißt der heutige Impuls.

Nur ein Silb? Das ist nicht viel.

Kann das was sein, was ich will?

Was sagt denn schon ein Silb so aus?

Da wird doch mal gar nichts draus.

Ein Silb ist ganz klar viel zu knapp,

dass ich da nie nen Plan drauf hab.

Es wird nichts aus dem Silb, zu dumm.

Und drum ist dies Gedicht schon rum.


Lyrimo 7: November-Elfchen

7. November 2019

Nichts reimt sich auf Elfchen, aber ich würde es mir zu leicht machen, würde ich damit zu entschuldigen versuchen, dass heute wieder nur Quark rausgekommen ist. Nein, das liegt natürlich an mir. Vielleicht klappts ja morgen wieder.

 

November-Elfchen tanzen gern,

umschwirren dich, mal nah, mal fern,

glänzen, glitzern, klingen, blinken,

schweben, fliegen, steigen, sinken.

Und rührt dich auch ihr Tanz zu Tränen,

hab Acht vor ihren scharfen Zähnen!

November-Elfchen tanzen schnell

und beißen dir ein Loch ins Fell,

noch eh du „Glöckchen“ sagen kannst,

so gefährlich ist ihr Tanz.

Halt fest die glücklichen Gedanken,

auf dem Weg ins Kranken

haus, und dass du mir niemals vergisst:

Schau, dass du gut versichert bist.


Lyrimo 6: Abendgrün

6. November 2019

Abendgrün war der Impuls, und das hab ich draus gemacht:

 

Easy

Sei kein Frosch, sagten sie ihr,

doch sie hatte keine Wahl,

Immerhin fand sie dafür

In jeder Fliege ein Festmal.

 

Selten wird ein Lied gesungen

über Frösche, ist das fair?

Ist je ein Mensch so weit gesprungen

vong Proportion zun Körper her?

 

Doch sie strebt nicht nach Ehr und Ruhm,

sie strebt nicht nach Geld und Macht,

Sie begnügt sich mit dem Gesumm

Von fetten Brummern in der Nacht.

 

Die Fröschin ist nicht groß und stark,

Sie ist weder berühmt noch reich,

Doch sie treibt satt im See im Park,

Zufrieden und gesund zugleich.

 

It’s not easy being green?

Kermit weiß nicht, was er sagt.

Die Fröschin lacht nur über ihn,

oder präziser wohl: Sie quakt.


Lyrimo 4: … das Große beginnt im Kleinen

4. November 2019

Heute zum Thema „…das Große beginnt im Kleinen“ mal was ganz enthemmt Kitschiges:

 

Can one person change the world? Why yes, we can and do.

Every day in every way we make it all anew.

And still this world, it seems to stay the way it’s always been

Quite unpleasant, vicious, cold, sad, and low, and mean.

The change we wreak is as are we: Small and in quick decay.

But still we have the chance, each day, to forge a better way.

We choose the way we meet our lives, clenched fists or open hands.

We choose when to smile and nod, and when to take our stands.

And though we cannot choose the way our world turns out tomorrow,

We make a lot of other humans‘ joy and love and sorrow.

We do our best to understand our fellow people’s path,

or we fastly close our hearts and give in to wrath.

So think about the little ways in which you change the world,

Think about what others did, and how history unfurled.

Try to make your changes towards something better

Though it may sound cheesy, we can do it together.