#ehefueralle

4. Juni 2015

Saarbrücken. Zur großen Entrüstung ihrer politischen Gegner hat die saarländische Ministerpräsidentin Frau Kramp-Karrenbauer geäußert, dass eine Öffnung der Institution Ehe für alle Formen der gemeinsamen Lebensgestaltung zu einer Öffnung der Institution Ehe für alle Formen der gemeinsamen Lebensgestaltung führen könne.

Die Generalsekretärin der SPD Yasmin Fahimi bezeichnete diese These als „einen neuen Tiefpunkt der Debatte über die Ehe für alle“ und betonte, sie habe keinerlei Verständnis dafür, dass die CDU-Ministerpräsidentin in der Debatte um die Gleichbehandlung gleicher Formen des Zusammenlebens die Gleichbehandlung gleicher Formen des Zusammenlebens an die Wand male und nannte es einen „Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen“, dass Frau Kramp-Karrenbauer darüber spekuliere, sie könnten den gleichen Status erhalten wie andere Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen.

Auch der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck äußerte sich auf der Kurznachrichtenplattform Twitter zu Kramp-Karrenbauers Entgleisung und fragte, ob Frau Kramp-Karrenbauer im Ernst meine, nach der #Ehefueralle käme die Ehe für alle.

Kritik kam aus aus der FDP: Deren Generalsekretärin Nicola Beer bezeichnete die Äußerungen der saarländischen Ministerpräsidentin als „eine Unverschämtheit“. Sie beleidige Homosexuelle zutiefst, indem sie sie mit anderen Menschen, die in einer liebenden Gemeinschaft füreinander Verantwortung übernehmen wollen, auf eine Stufe stelle.

Ähnlich sieht dies auch Johannes Kahrs, der SPD-Beauftragte für die Belange von Lesben und Schwulen. Er erklärte, Kramp-Karrenbauer verlasse mit ihrer zutiefst menschenfeindlichen Gleichstellung von Menschen mit anderen Menschen den „politisch statthaften Diskurs“ und forderte eine Entschuldigung.

Kramp-Karrenbauer arbeitet derweil bereits an einer neuen argumentativen Geheimwaffe. Wie aus inneren Kreisen der Staatskanzlei zu vernehmen war, denke sie für die Zukunft sogar über eine Drohung mit gemischtrassigen Ehen nach.


Winter is coming

2. März 2013

Diejenigen unter euch, die auch meine Geschichten mitlesen, haben wahrscheinlich bemerkt, dass ich zwar viel von Skeptizismus und aufgeklärter Moral und Libertarismus und Anarchie und sowas rede, in meinem innersten Herzen aber eine profunde Schwäche für Gehorsam, bedingungslose Loyalität und Autoritäten verberge.

Was das mit Wolfgang Schäuble zu tun hat, wollt ihr wissen? Na, wartet mal ab.

Wenn ich so Geschichten wie A Song of Ice and Fire lese, erwische ich mich deshalb schon manchmal dabei, dass ich Eddard Stark sympathisch finde, weil er so ehrenhaft ist, wohingegen mir der Verrat Jaime Lannisters und seines Vaters und seiner Schwester an Aerys Targaryen und Robert Baratheon durchaus unsympathisch vorkommen. Ich muss mich dann schon bewusst daran erinnern, dass Eddard Starks ehrenhafte Loyalität einem Monarchen gilt, der seine Position mit dem Schwert erworben hat, seinen Willen mit dem Schwert durchsetzt und Kritik mit dem Schwert widerlegt. Na gut, die Lannisters sind sicher keine Helden, denn sie wollen den Tyrannen ja auch nur erschlagen, um dann selbst Tyrann zu sein, aber seien wir mal ehrlich: Roberts Macht ist kein Stück legitimer als die der Lannisters, und jemanden zu belügen und zu hintergehen, der einen unter Gewaltandrohung zum Gehorsam zwingt, ist nichts Verwerfliches. Wenn ich jemandem Gehorsam schwöre, weil er sonst nicht nur mich, sondern meine ganze Familie ermordet hätte, dann kann kein vernünftiger Mensch diesen Schwur für bindend halten.

In einer solchen Situation ist es also nicht nur nicht unehrenhaft, zu lügen und zu verraten, es ist sogar moralisch geboten. Tatsächlich dürfte nach den Maßstäben eines heute lebenden Menschen, sogar derer, die nicht wie ich libertäre Spinner sind, auch Eddard Stark in gewisser Weise ein Krimineller sein, ein scheußlicher Mensch, einfach weil er ein Feudalherr ist, der seine Untertanen mit dem Schwert seinem Willen unterwirft und gleich am Anfang einen von ihnen tötet, der die Unverschämtheit hatte, aus nackter Angst vor untoten Ungeheuern um sein Leben zu rennen.

Ihr fragt euch natürlich jetzt schon die ganze Zeit: Was hat das nun alles mit Wolfgang Schäuble zu tun? Keine Sorge, das erkläre ich gleich.

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