Wie absurd wäre das denn?

19. Januar 2018

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Martin Schulz warnt in der Zeitschrift SPIEGEL die SPD vor einem Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit der Union.

„Wenn es den Parteien nicht gelingt, meine Verhandlungsergebnisse umzusetzen und mir einen Ministerposten zu verschaffen, würden sie von den Wählern abgestraft“, so der Parteivorsitzende. „Bestimmt nehmen die es uns übel, wenn ich mein oft wiederholtes Versprechen halte“, erklärte Schulz dazu im SPIEGEL-Gespräch, „Ganz sicher, das wollen die nicht. Nur eine weitere Legislaturperiode Regierung mit mir in einem schicken Jet der Flugbereitschaft kann das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler in unsere Prinzipientreue wieder herstellen.“

“Ich bin“, sagte Schulz, “der festen Überzeugung, dass es der SPD und damit sämtlichen Menschen in Deutschland, und ich betone: Besonders den Ärmsten und am härtesten Arbeitenden unter uns, nur schaden würde, wenn ich die durchaus beachtlichen Pensionsansprüche ausschlage, die mit so einer Stellung einhergehen.“ Schließlich, so der sozialdemokratische Hoffnungsträger, habe er bei den Verhandlungen “genau das rausgeholt, oder zumindest größtenteils, also, weitgehend, teilweise, ein bisschen, so die grobe Richtung ungefähr irgendwie so von dem, was wir auch bei einem Wahlsieg durchgesetzt hätten.“

Nach einer längeren Pause fügte er murmelnd hinzu: “den wir auch errungen hätten, wenn das zweite TV-Duell stattgefunden hätte.“ Auf den mahnenden Blick von Andrea Nahles grummelte der Kanzlerkandidat der SPD: “Ich sag ja nur“, bevor er schließlich von seinen Genossinnen und Genossen vom Podium geleitet wurde.

Wie enge Vertraute verlautbaren ließen, habe er dabei noch erläutert: „Ich mein nur, WENN das zweite Duell stattgefunden – nee, Andrea, lass mich jetzt mal, ich meine WENN es eins gegeben HÄTTE, dann wär ja – Andrea, lass mich doch – nein – Andrea, jetzt hör doch mal – ich hätte dann ja – Au! Menno, was soll denn …“


ultima ratio regnum

21. September 2012

Es ist für mich einigermaßen schwer, unsere Regierung zu kritisieren. Ich komme mir selbst lächerlich vor, wenn ich den Slippery-Slope-Apokalyptiker gebe und bei jedem neuen Eingriff in die Freiheit der Bürger über Knechtschaft und Unterdrückung lamentiere, und die These, dass unser Staat seine Legitimation verspielt oder unglaubwürdig wird, oder meinen Respekt verliert, steht mir auch nicht mehr offen, weil all diese Umstände aus meiner Perspektive für jeden Staat schon konstitutiv sind.

Was bleibt mir also noch dazu zu sagen, dass die Regierung auf Zwangsarbeit (na gut: im weiteren Sinne) zurückgreifen will, um die Bedürfnisse der Bevölkerung trotz der entgegenlaufenden eigenen Politik zu befriedigen?

Eigentlich nur, was ich schon gesagt habe:

Wenn jemand etwas nicht freiwillig für mich tun will, und ich ihn dann bedrohe, damit er es doch tut, ist das verachtenswert und ein Verbrechen. Ich sehe nicht, warum es eine Rolle spielen sollte, ob ich es mache, oder Angela Merkel. Ob es ein einzelner tut, oder eine Minderheit, oder die Mehrheit. In allen Fällen finde ich es gleich verachtenswert.

Außerdem kann ich sagen, dass ich natürlich nicht überrascht bin. Ich habe das genaue Zitat gerade nicht zur Hand, aber ich fand Hayeks These immer sehr plausibel, dass sozialistische Politik mit ihrer Gesetzgebung Schäden hervorruft, die unweigerlich weitere Gesetze erfordert, die wiederum schärfer in die Freiheit der Individuen eingreifen müssen, was wiederum dazu führt, dass früher oder später noch schärfere Maßnahmen erforderlich werden, damit die Gesellschaft trotz der unsinnigen Gängelung und falschen Anreize der vorherigen Gesetzgebung noch einigermaßen funktioniert. Wer einmal angefangen hat, die Freiheit des Einzelnen und moralische Prinzipien dem Willen der Mehrheit unterzuordnen, der kann Zwangsarbeit eigentlich nur noch konsequent finden.

Damit will ich natürlich nicht sagen, dass das eine zwangsläufige und unumkehrbare Entwicklung ist. Die Regierung bzw. die Bevölkerung kann ja jederzeit erkennen, dass sie da einen gefährlichen Weg eingeschlagen hat, und dann ein paar der vorangegangenen Schritte zurückgehen.

Vielleicht wäre es dazu mal wieder an der Zeit.


Liveblog: Hart aber fair

2. Juni 2010

Eine fürchterliche Sendung auf einem fürchterlichen Sender mit einem fürchterlichen Thema und einem fürchterlichen Titel? Heiliger Plasberg, Batman! Auf zu CoveritLive!
(Ja, da müsst ihr draufklicken, und dann geht es, naja, ganz fürchterlich los.)

Für alle, die es nicht mitbekommen oder schon wieder vergessen haben: Ich blogge heute Abend live über Frank Plasbergs „Hart aber fair“ mit dem Thema: „Köhlers Rücktritt, Merkels Versagen: Scheitert jetzt die Regierung?“

Die Sendung beginnt um 21:45 Uhr, das Liveblog öffnet um 21:15 Uhr, damit ich mich schon mal ein bisschen mit der Technik vertraut machen kann.


Liveblog-Ankündigung: Hart aber fair

2. Juni 2010

not quite like beethoven, Andi und Maxi haben es quasi gemeinsam vorgeschlagen, und ich finde die Idee ausgesprochen apart. Obwohl es einigermaßen kurzfristig daherkommt: Ich blogge heute Abend live über Frank Plasbergs „Hart aber fair“ mit dem Thema: „Köhlers Rücktritt, Merkels Versagen: Scheitert jetzt die Regierung?“ Es ist übrigens das erste Mal, dass ich mir diese Sendung ansehe.

Das Liveblog findet prinzipiell hier vor Ort statt. Ich plane derzeit, „Coveritlive“ zu benutzen. Ihr müsst dafür dann einfach nur ein Popup-Fenster öffnen, und schon könnt ihr mir live beim Bloggen zusehen. Das wird dann ungefähr so aussehen:

Click Here
(Vorerst findet ihr dahinter nur die Möglichkeit, euch an den Beginn erinnern zu lassen, die ihr gerne nutzen dürft.)

Falls jemand noch einen besseren Vorschlag hat, das Ganze technisch umzusetzen, bin ich dafür natürlich offen.

Die Sendung beginnt jedenfalls um 21:45 Uhr, ich bin aber schon ab 21:15 Uhr hier, um die Feinheiten der Software kennenzulernen und mich insgesamt ein bisschen aufzuwärmen. Ich freue mich, falls sich ein paar Mitleser und Kommentatoren einfinden, natürlich könnt ihr das Ganze aber auch morgen oder irgendwann später noch live on tape nachlesen.


Kurzer Ausbruch, entschuldigt bitte, ich beruhig mich gleich wieder. Am besten einfach ignorieren.

7. Januar 2010

Quadratmeter kann nichts dafür. Ich schätze sie als Person außerordentlich, und ihr Blog lese ich auch gerne, und jeder einzelne ihrer Kommentare ist eine Freude. Nun hat sie aber unglücklicherweise trotzdem den Beitrag geschrieben, bei dem mir der Kraken geplatzt ist. Da steht:

„Guido Westerwelle sieht immer noch ständig so aus, als ob er sich verlaufen hat. Kann den nicht bitte endlich mal einer nach Hause begleiten?“

Boah ja. Ich will hier wirklich keinen Streit anfangen, aber: Guido? Dirk? FDP? Ja, meinetwegen. Stellen sich doof an. Machen alles falsch. Geschenkt.

Aber wir wollen nicht so tun, als würde derzeit auch nur ein einziger Insasse unseres Bundestages, ob in der Regierung oder nicht, den Eindruck erwecken, als könnte er den Weg aus seinem eigenen Hintern unter Zuhilfenahme einer Landkarte und expliziter schriftlicher Anweisungen finden.

Natürlich ist niemand verpflichtet, sich über alle Dummen lustig zu machen, bloß weil er gerade gerne über einen spezifischen Dummen lachen will. Und natürlich kann keine einzelne Person – insbesondere auch die von mir hoch geschätzte Frau Quadratmeter – irgendwas dafür, dass ich derzeit immer nur dumme Witze über die FDP höre und nie über irgendeine andere Partei, nicht mal über die CSU! Von der will ich gar nicht anfangen, davon krieg ich Kopfkrebs, aber es ist nun mal einfach so: Ihr würdet mir wirklich einen Mordsgefallen tun, auch mal über die Alternativen zu sprechen, und nicht immer nur darüber, wie doof die FDP ist.

(Nein, ich habe keine Ahnung, wen ich mit „ihr“ meine, und wenn man „immer“ schreibt, ist das natürlich… ähem, eigentlich immer falsch. Wer sich darüber beschweren möchte, lese bitte noch mal die Überschrift.)