Voices in my head

4. August 2011

Ich mag den Begriff Sommerloch ja nicht so, weil ich ihn für eine Ausrede halte. Wenn man wirklich will, findet man interessante Themen, über die man schreiben kann, die die Leser wirklich bewegen und brisante Erkenntnisse bereithalten. Wenn man wirklich will, kann man zu jeder Jahreszeit aufrütteln, Bewusstsein schaffen, für Probleme sensibilisieren und die Welt verbessern.

Ich will aber nicht.

Stattdessen nehme ich deshalb ein gerade gefundenes Beispiel für einen der vielen Aspekte an religiösem Glauben, die ich einfach immer wieder nicht fassen kann, wenn sie mir unterkommen: Die Sinnlosigkeit der Geschichten, in denen ein Gott angeblich eingegriffen hat, um seine Anhänger zu schützen. Ebenfalls zum Schutze der Unschuldigen verlinke ich die Quelle dieser Geschichte nicht und beschränke mich darauf zu versichern, dass sie echt ist. Die Geschichte ist kurz und geht so:

Jemand fährt regelmäßig Moped, aber in der Regel ohne Helm. Eines Tages, auf dem Weg zur Arbeit, hört er eine Stimme, die ihm sagt: „Halt an und setz deinen Helm auf!“ Er tut es, und wird wenig später auf einer Kreuzung von einer unachtsamen Autofahrerin gerammt. Der Helm wird dabei zerstört, aber er kommt mit leichten Verletzungen davon.

Merkt ihr, was ich meine? Und die Geschichten, die ich kenne, sind alle so. An was für einen Gott glauben denn diese Leute? Was für ein lächerlicher Harlekin und was für ein widerliches Ekel von einem Gott ist denn das, der das Opfer eines Verkehrsunfalls vorher bittet, einen Helm aufzusetzen, statt… Ich weiß nicht, zum Beispiel die Autofahrerin rechtzeitig zu warnen und so den Unfall ganz zu verhindern? Oder – falls die Frau im Auto eine dieser verstockten Atheistinnen ist, die ihr Herz gegen Jahwe Elohim verhärtet haben und ihn ignorieren, wenn er mit ihnen spricht – dem Mopedfahrer zu sagen: „Halt an, setz deinen Helm auf, und dann warte noch zwei Minuten hier.“? Das hätte auch gereicht. Er könnte die beiden Fahrzeuge auch einfach kurzfristig entkörpern und einander unberührt passieren lassen. Wir reden immerhin über den allmächtigen Schöpfer des Universums. Sowas dürfte buchstäblich kein Aufwand für ihn sein. Aber nein, er verhindert den Unfall nicht, obwohl er lange vorher davon weiß. Er bittet den Mopedfahrer stattdessen nur, seinen Helm aufzusetzen.

Und sogar, wenn wir den Aspekt der Idiotie mal außen vor lassen: Was denken wir gemeinhin über jemanden, der einen Verkehrsunfall kommen sieht und sich bewusst entscheidet, diesen nicht zu verhindern, obwohl er beide Opfer mühelos hätte warnen können? Staunen wir über die grenzenlose Liebe dieses Menschen, nennen ihn vollkommen in seiner Güte und beten ihn an? Manche Christen sehen das wohl so. Für mich ist so jemand ein unfassbarer Armleuchter. Und, ja, das ist irgendwie Kleinkram, aber ich kann mich immer wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder darüber aufregen, was Religion mit dem Verstand und der Moral und dem Selbstwertgefühl ihrer Opfer macht.

So.

Zurück zum Sommerloch.


Es fing eigentlich ganz harmlos an.

17. Juni 2011

Ich wollte nur mal schauen, was genau Brooke Fraser in ihrem Song „Hosea’s Wife“ eigentlich besingt. Ich hatte eine vage Erinnerung, dass Hosea ein Prophet war und seine Frau untreu, aber ich wusste nicht mehr, was der eigentliche Sinn der Geschichte war und worum genau es ging.

Das lag natürlich nicht nur an mir, sondern es lag vor allem daran, dann diese Geschichte, wie die meisten in der Bibel, keinen Sinn hat, weil sie völliger Bullshit ist.

Auf meiner Suche entdeckte ich die Seite „sundayschoolsources.com„, und der Abschnitt über Hoseas Geschichte ist ein so hervorragendes Beispiel für fast alles, was ich am Christentum so schädlich, lächerlich und erbärmlich falsch finde. [Disclaimer: Ich weiß, dass ganz viele Christen sich im Folgenden nicht wiederfinden, und dass das nur ein Beispiel ist, das sich nicht vollständig auf alle Christen verallgemeinern lässt.]

Zuallererstmal die Story selbst:

God wanted Israel to know how he felt about their wicked behavior and worship of idols. So he told Hosea to marry an unfaithful woman. She bore him children, whose names meant, Jezreel (God plants), Loruhamah (no  more mercy), Loammi (not my people). But Hosea’s wife was not faithful, and she left Hosea, which caused him much pain.

Moment, was?

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Es muss nicht immer Deutsch sein

13. April 2011

Today, I happened upon this quaint little bumper sticker, which, like most bumper stickers, doesn’t actually stick on a bumper, but let’s ignore that for now.

I had seen it before, but never actually given it any thought, until today. At first, I thought it was kind of cute, then kind of disgusting, then kind of sad.

I still haven’t made up my mind about how to react emotionwise, but it’s certainy a useful sticker, because it illustrates very concisely one of the features of mainstream Christian belief I find the most disturbing, and one of the features most hard for me to wrap my mind around:

Whatever gives you the idea that you need to be forgiven for not being perfect?


Fast vergessen

8. Februar 2011

Ute vom Vollwert-Blog hat dankenswerterweise einen Gastbeitrag von mir veröffentlicht, in dem ich in 5.000 Zeichen erkläre, was ich von Religion halte und wie man sich davor schützen kann.

Ein bisschen Diskussion hat sich schon entwickelt. Wenn ihr mitreden oder auch einfach nur lesen wollt, bitte hier entlang.

Viel Spaß!

[Nachtrag, 18. Februar: Ich hatte ursprünglich den Post hier nur verlinkt, damit die Diskussion sich nicht zwischen meinem und Utes Blog aufteilt, sondern an einer Stelle stattfindet. Da sie nun vorbei ist, möchte ich meinen Beitrag auch hier dokumentieren. Da isser:]

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Moralischer Relativismus

13. Januar 2011

Was ist eigentlich mit der „Zeit“ los? Ist das Zufall, dass mir das gerade immer wieder auffällt, oder verfolgen die derzeit die Strategie, sich zum Sprachrohr christlicher Fundamentalisten zu machen?

Egal.

Acht ehemalige evangelische Bischöfe haben sich in der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ zur Homosexualität geäußert und sie unter anderem als „widernatürlich und schöpfungswidrig“ bezeichnet.

Wenn man nun mit Christen darüber diskutiert, bekommt man nicht selten Antworten, die in die Richtung gehen, dass man doch bitte Respekt vor ihrer Meinung haben solle und dass es unanständig sei, andere Leute zu verurteilen. Auf die Frage hin, ob das mit dem Verurteilen und dem Respekt auf für Leute gilt, die anderen Leuten widernatürliches und schöpfungswidriges Verhalten vorwerfen und ihnen sagen, dass sie gefälligst zölibatär zu leben haben, weil ihr unsichtbarer Freund sonst echt sauer wird, folgt dann meistens der Rückgriff auf die Bibel oder der Hinweis, dass man ja nichts gegen die Homosexuellen gesagt habe, sondern nur ihren Lebensstil wahrheitsgemäß als Sünde identifiziere.

Das ist natürlich Blödsinn. Aber weil ich der Meinung bin, dass jeder, der bereit ist, ein bisschen darüber nachzudenken, das von selbst erkennt, erkläre ich es hier nicht weiter, sondern sage einfach nur kurz das, was ich solchen Leuten zu sagen habe:

Eure Ansicht ist borniert, bigott, ekelhaft, abstoßend, widerwärtig, amoralisch, schwachsinnig und unmenschlich. Dass ihr sie auf ein altes Buch stützt, ändert daran überhaupt nichts. Eigentlich ist es sogar noch verwerflicher, als wenn ihr euch das selbst überlegt hättet und sowas wie echte Gründe dafür nennen könntet.

Und wenn ihr im Ernst beleidigt seid, weil euch jemand das sagt, oder sogar erwartet, dass jemand diese Abscheulichkeit respektiert, dann legt ihr damit ein Ausmaß an Dummdreistigkeit an den Tag, zu dem ich nichts Zivilisiertes zu sagen habe.


Violett und Ginger bekommen ein Paket

9. Dezember 2010

Violett und Ginger sind Schwestern und teilen sich eine Wohnung. Ihre Beziehung (nicht ungewöhnlich bei Geschwistern) ist oft nicht einfach, und sie überlegen manchmal, ob sie sich nicht jede eine eigene Wohnung suchen sollen. Das tut hier aber nichts zur Sache.

Vor Kurzem bekamen Violett und Ginger ein Paket, obwohl sie nichts bestellt hatten.

Es klingelte an der Tür, und der Postbote drückte der freudestrahlenden Ginger ein Paket in die Hand, ungefähr so groß wie ein Laib Brot.

Ginger jubelte, und sie rief Violett zu sich, zeigte ihr begeistert das Paket und sagte:

„Schau, Violett, sieh dir das an, ich habe ein Kätzchen bekommen.“

Violetts Lächeln fror ein bisschen ein. Sie stockte und runzelte ihre Stirn, während sie das kleine blaue Paket betrachtete.

„Wie jetzt?“ fragte sie, „Da ist ein Kätzchen drin?“

„Ja! Ist das nicht toll?“

Violett blickte von Ginger zu dem Paket, und wieder zurück. Sie stemmte ihre Hände in die Hüfte, und wiederholte den Vorgang. „Du hast ein Kätzchen bestellt?“

„Nein!“ antwortete Ginger, „Und ich habe trotzdem eins bekommen! Ist das nicht fantastisch?“

„Ginger“, sagte Violett, „Woher weißt du, dass da eine Katze drin  ist?“

„Wie meinst du das?“ fragte Ginger, „Woher ich das weiß? Ist es nicht offensichtlich?“

„Nein, ich fürchte, das ist gar nicht offensichtlich“, widersprach Violett. „Das Ding ist doch ziemlich klein für eine Katze. Außerdem kann man Kätzchen nicht in Paketen verschicken, das macht doch niemand.“

„Ach nein? Und woher willst du bitte schön wissen, dass da kein Kätzchen drin ist, hm? Bist du allwissend, oder was? Du hältst dich für den klügsten Menschen auf der Welt, was?“

„Naja… Nein“, antwortete Violett, ein bisschen verwirrt. „Überhaupt nicht.“

„Kannst du beweisen, dass kein Kätzchen in meinem Paket ist, hm? Hm? Hast du etwa gesehen, was drin ist? Dann sag’s mir doch! Na los, sag mir, was hier in dem Paket ist!“

Violett machte einen Schritt zurück und begann, sich nach Fluchtwegen umzusehen. „Ginger, ich weiß nicht, was in dem Paket ist. Ich…“

„Aha!“ rief Ginger triumphierend, „Du hast also keine Ahnung, was? Aber trotzdem bist du so arrogant, so zu tun, als könntest du beweisen, dass kein Kätzchen drin ist!“

„Nein, das habe ich doch gar nicht gesagt. Es ist nur so… Ich verstehe nicht, wie du auf die Idee kommst, dass ein Kätzchen in diesem Paket stecken könnte!“

„Du bist so gemein!“ rief Ginger, „Ich möchte so gerne ein Kätzchen, aber du gönnst es mir nicht! Was hast du bloß gegen Katzen, hm? Hat dir als Kind mal eine Katze weh getan, und seitdem hasst du sie?“

Violett griff sich an die Stirn und begann, ihre Schläfen zu massieren. „Ginger“, sagte sie, „Ich habe nichts gegen Katzen. Und ich bin auch nicht gemein. Ich…“

„Niemand weiß, was in dem Paket drin ist, also kannst du auch nicht sagen, dass es kein Kätzchen ist!“ unterbrach Ginger sie.

„Ja, aber…“ Violett fehlten für einen Moment die Worte. „Aber, Ginger, bloß weil wir nicht wissen, was drin ist, können wir doch nicht einfach davon ausgehen, dass es ein Kätzchen ist. Schau doch nur mal dieses winzige Paket an! Es ist völlig unvernünftig zu glauben, da könnte eine Katze drin stecken!“

„Wen nennst du hier unvernünftig, du dumme Kuh? Warum musst du immer gleich so beleidigend werden, hm? Du bist genauso unvernünftig wie ich, du glaubst doch schließlich auch, dass da kein Kätzchen drin ist! Dabei ist es so offensichtlich! Ich meine, warum sollte mir denn wohl jemand ein Paket schicken, wenn er nicht will, dass ich ein Kätzchen kriege?“

„Das Paket ist an mich adress-“ begann Violett, unterbrach sich aber rechtzeitig, als sie ihren Fehler erkannte. Sie nahm einen tiefen Atemzug, tat wieder einen Schritt auf ihre Mitbewohnerin zu und versuchte sich an einem freundlichen Lächeln. Sie sagte: „Was hältst du davon, wenn wir einfach nachsehen, hm? Wie wäre das?“

Ginger  blies sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, stülpte ihre Lippen ein bisschen vor und zögerte kurz, bevor sie schließlich mit einem Schulterzucken antwortete: „Na gut.“

Die beiden gingen gemeinsam zum Esstisch. Ginger stellte das Paket darauf ab, holte eine Schere und öffnete das Paket.

Violett stieß ein erleichtertes Seufzen aus. „Siehst du“, sagte sie, „Es ist mein neuer MP3-Player. Keine Katze.“

„Quatsch!“ rief Ginger, „Du bist so engstirnig und dogmatisch! Woher willst du wissen, dass da kein Kätzchen ist?“

Violett öffnete und schloss ihren Mund ein paar Mal, ohne etwas zu sagen, bevor sie schließlich doch Worte fand: „Äh, bä- däh… Ginger, siehst du denn nicht, dass da nichts drin ist außer dem MP3-Player?“

„Nein“, antwortete Ginger, „Wie sollte ich das sehen? Ich meine, bloß weil wir kein Kätzchen sehen, heißt das doch noch lange nicht, dass da keins ist.“

Violett starrte Ginger mit glasigen Augen und zitternden Händen an, unfähig, etwas zu erwidern.

„Es ist eben ein transzendentes Kätzchen!“ rief Ginger.

Und Violett nickte langsam, seufzte, und wandte sich ab, während sie wieder begann, langsam und methodisch ihre Schläfen zu massieren. „Klar“, antwortete sie, ohne ganz sicher zu sein, ob sie mit Ginger sprach, oder mit sich selbst. „Ein transzendentes Kätzchen. Dass ich das nicht erkannt habe. Entschuldige bitte, Ginger. Ich weiß auch nicht, was manchmal über mich kommt. Manchmal bin ich eben ein ziemliches Ekel, was?“

„Ja“, antwortete Ginger, „Das kannst du aber laut sagen.“

Violett und Ginger sind Schwestern und teilen sich eine Wohnung. Ihre Beziehung (nicht ungewöhnlich bei Geschwistern) ist oft nicht einfach, und sie überlegen manchmal, ob sie sich nicht jede eine eigene Wohnung suchen sollen. Das tut hier aber nichts zur Sache.


Ich sollte öfter in die Kirche gehen.

4. Dezember 2010

Herr Alipius hat drüben in seinem Blog eine Predigt veröffentlicht, die er offenbar heute gehalten hat. Er hat mir freundlicherweise erlaubt, sie hier zu veröffentlichen, wofür ich ihm danke.

Ich füge dem Text nichts weiter hinzu, weil ich denke, dass er prima für sich selbst spricht. Falls ihr mich wissen ließet, wie ihr darüber denkt, würde mich das sehr freuen.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Buch des Propheten Jesaja finden wir im 40. Kapitel berühmte Sätze. Jedoch gibt es sie in zwei geringfügig sich unterscheidenden Versionen:

Einheitsübersetzung: „Eine Stimme ruft: / Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße / für unseren Gott!”

Luther-Bibel: “Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HERRN den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott!“

Ich möchte mich heute auf die Erste Übersetzung konzentrieren. Inhaltlich sind beide Versionen richtig, denn der Rufer Johannes war ein Mann der Wüste, vertraut mit Entbehrung, gekleidet in Tierhaar, gespeist von Heuschrecken und wildem Honig. Er war der Rufer in der Wüste.

Aber sein Ruf richtet sich auch an die Wüste. Damals ebenso wie heute. Nun stehen wir heute nicht unter glühender Sonne in ödem Land und murren über Entbehrung und Wasserknappheit. Unsere Wüste präsentiert sich anders.

Was ist denn die Wüste anderes als ein Ort, der mit Lebensfeindlichkeit, Leblosigkeit und Unfruchtbarkeit assoziiert wird?

Begegnen wir heute nicht oft – zu oft – Menschen, deren Herzen und Seelen verdorrt und trocken scheinen, weil noch niemand den Weg des Herrn zu ihnen geebnet und begradigt hat?

Und sehen wir nicht ebenfalls immer und immer wieder die Früchte der Lebensfeindlichkeit, der Leblosigkeit, der Unfruchtbarkeit, die dort zu ernten sind, wo Christus die Menschen nicht in ihrem Innersten berührt hat?

Begegnen uns heute nicht in den Medien verwirrende Berichte über die diversen Möglichkeiten, welche der Mensch sich zu eigen macht, um das Leben nicht zu ermöglichen, um das Leben in seiner Entstehung abzuwürgen, um das Ende des Leben beschleunigt herbeizuführen?

Und werden wir nicht immer und immer wieder Zeugen der seltsamen Mechanismen, mit welchen dieser Mangel an einem unbedingten „Ja“ zum Leben kompensiert werden soll, indem man sich in groteske Scheinwelten vermeintlichen Lebens flüchtet? Scheinwelten, welche der menschlichen Natur zutiefst widersprechen. Denken sie an die Verwüstungen, die Alkohol- und Drogenmissbrauch in den Familien anrichtet, an die Unsicherheit und die Angst, die sich hinter übertriebenen Schönheitsoperationen verbergen, an die Aushöhlung der menschlichen Sexualität als ein immer und überall zu habendes Privatvergnügen ohne Verantwortung und Folgen.

Johannes spricht auch heute noch zu uns, wenn er sagt: Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe!

Aber nicht nur das. Er sagt auch: Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt!

Zuerst liegt es also an uns. Wenn wir unsre Herzen öffnen und in dieser Adventszeit unsere Seelen reinigen (z.B. durch den Empfang des Bußsakraments), dann können wir auch in der Wüste unserer Welt den Weg ebenen für unsren Herrn und Gott Jesus Christus.

Natürlich ist in der heutigen Zeit eine christliche oder gar katholische Missionierung ein Störfaktor. Die Menschen wollen in ihrer Sündhaftigkeit bestätigt und nicht hinterfragt werden. Aber – liebe Brüder und Schwestern – denkt nicht daran, wie steil der Weg sein mag oder wie hoch die Hindernisse. Denkt an Jesus, auf dessen Ankunft wir uns in diesen Tagen wieder vorbereiten, und denkt an das Heil, welches er für alle Menschen bereit hält.

Wie wunderbar wäre es, wenn es uns gelingen könnte, in diesen Tagen auch nur einen Menschen dazu zu bewegen, daß er sich besinnt, daß er in sich geht, daß er sich öffnet für diese ganz andere, radikale Art des Lebens und der Liebe, die uns seit über 2000 Jahren aus einer kleinen Krippe ihre Kinderärmchen entgegenreckt.

Es sind die gleichen Arme, die selbst am Kreuz noch ausgebreitet sind, weil unser Herr ununterbrochen uns zuruft: Kommt zu mir! Ich mache Euch heil!

Möge es uns allen gelingen, in diesen Tagen den Weg des Herrn in der Wüste zu ebenen, ihm eine grade Straße zu den Herzen der Menschen zu richten.

Gelobt sei Jesus Christus