Problem gelöst

16. August 2013

Moskau. Wie soeben bekannt wurde, ist die Strategie des IOC und des deutschen Außenministers Guido Westerwelle in Bezug auf das russische Gesetz gegen „Propaganda von nicht traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen“ perfekt aufgegangen. Die Duma kündigte an, das Gesetz mit sofortiger Wirkung zurückzunehmen. Homosexualität soll in Zukunft durch den russischen Staat nicht länger schlechter gestellt sein als alle andere sexuellen Ausrichtungen.

Der Sprecher des russischen Parlament Sergey Naryschkin sagte dazu:

Schon die Erwartung des deutschen Außenministers, dass wir Minderheiten schützen, hat uns schwer zu denken gegeben. Als er dann auch noch öffentlich ankündigte, die Entwicklung sehr genau beobachten zu wollen, war eigentlich schon klar, dass wir handeln müssen. Der letzte Anstoß war für uns aber die klare Absage an eine Diskussion über Boykotte der Olympischen Spiele. Bis dahin hatten wir noch gehofft, dass die westlichen Staaten uns durch eine öffentliche Debatte das Feld überlassen, aber durch ihre konsequente Tatenlosigkeit und die rückhaltlose Beobachtung bleibt uns keine Wahl, als das Gesetz sofort wieder aufzuheben. Uns war klar, dass durch die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi der Fokus und das Interesse der Weltöffentlichkeit auch auf kritische Punkte im in unserem Land gelenkt wird und dass tiefgreifende Reformen und ein klarer Einsatz für Menschenrechte und Freiheit die einzige Möglichkeit für uns ist. Diese Lektion haben wir aus den anderen sportlichen Großereignissen der letzten Jahre gelernt, bei denen es ja bekanntlich genau so gelaufen ist.

Abschließend reckte und schüttelte Naryschkin noch einmal wütend und frustriert seine Faust in Richtung Berlin, bevor er Vladimir Putin die Bühne überließ, der aufgrund des übermächtigen Drucks der internationalen Gemeinschaft seinen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern ankündigte.