Die beste Medizin

24. Februar 2019

Heute mache ich es mir mal etwas weniger leicht als sonst, denn ich befasse mich mal mit 1 Thema, bei dem es nicht ausreicht, sicher über den Quellentext lustig zu machen, sondern für das tatsächlich 1 paar Hintergrundkenntnisse und Recherche erforderlich sind.

Ich gehe deshalb davon aus, dass das nicht gut gehen kann und freue mich ganz besonders über Korrekturen und nützliche Hinweise von allen, die sich besser auskennen als ich.

Placebo

Es geht um den FAZ-Artikel

Ein Placebo ist die beste Medizin

von Martin Andree, der mir immerhin eine sportliche Chance lässt, denn er ist keineswegs irgendwie Experte für … naja, Medizin zum Beispiel, wie man vermuten könnte, wenn man nur weiß, dass es jemand ist, der in 1 Zeitung 1 Beitrag über das Thema schreibt, sondern Martin Andree ist International Marketing Director bei Henkel und Medienwissenschaftler.

Klingt fair?

Dann schaut doch mal, wie der Kampf David gegen David so läuft.

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Fischen im Drüben

27. September 2015

Ich weiß ja, dass es eine ziemlich abgenutzte Technik ist, den großen Zeitungsverlagen ihr ständiges Herumreiten darauf vorzuhalten, wie unverzichtbar bedeutsam ihre gründlich recherchierten und professionell nicht nur auf Faktizität, sondern auch auf Ethik und Stil abgeklopften Meldungen für den Fortbestand unserer Gesellschaft sind, wenn sie mal wieder irgendeinen Stuss unkritisch in die Welt tröten. Aber andererseits, was soll man denn sonst machen?

Die SZ hat da also eine Reportage über die „Heilertage am Chiemsee“ schreiben lassen, unter dem Titel

Trost aus der esoterischen Parallelwelt

Wie dieser Titel schon andeutet, ist der Tenor dieses Artikels auch in vieler Hinsicht gar nicht so schlimm. Der Verfasser Jan Stremmel hat aufgeschrieben, dass die Leute da ein bisschen alternativ sind, aber nicht so alternativ, wie man vielleicht denken würde, dass es oft nur darum geht, bestätigt zu kriegen, was man eh schon zu wissen dachte, und jemanden zu haben, die einem zuhört, weil Ärzte dafür oft keine Zeit haben, und so. Er hat durchaus eine gewisse Distanz zu seinem Gegenstand, oder tut zumindest so.

Aber das ist eben nicht alles. Zeitungen wie die SZ haben sich nun einmal selbst diese enorme Verantwortung als vierte Gewalt aufgeladen, und auch unabhängig von dieser speziell erhöhten Messlatte macht die hier exemplifizierte, aber meiner Erfahrung nach verbreitete Wurstigkeit gegenüber der Wahrheit mich so wütend, dass die Frequenz der Posts hier sich allmählich schon fast wieder alten Zeiten nähert. Aber keine Sorge, ich beruhige mich auch wieder.

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von eigenen Denkrichtungen geprägt

25. Februar 2013

Sag noch mal einer, das Internet befasse sich nur mit sich selbst:

Homöopathie durch Ärzte und die Einhaltung des medizinischen Standards

heißt der Artikel von Sebastian Müller und Andreas Raschke in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) 7/2013 (S. 428-432), also auf Papier und deshalb ohne Link, und das Thema hat mich natürlich brennend interessiert, da denke ich nämlich auch oft drüber nach.

Es überrascht euch wahrscheinlich nicht, dass ich dabei zu etwas anderen Ergebnissen komme als die beiden.

In der Einleitung stellen die Autoren zunächst fest, dass Homöopathie in „weiten Kreisen der Gesellschaft“ ein hohes Maß an Akzeptanz zu genießen „scheint“, dass es aber eine Kontroverse um die Wirksamkeit gebe (ach was!) und sich deshalb die Frage stelle, wie eine homöopathische Behandlung durch einen „Schulmediziner“ (falls bis hierhin noch Zweifel an der Geisteshaltung der Verfasser bestanden) arzthaftungsrechtlich zu bewerten ist.

Zu diesem Zweck ordnen sie die Homöopathie erst einmal in die „medizinrechtliche Terminologie unterschiedlicher Behandlungsmethoden“ ein, und gleich hier wird es auch schon spannend, denn sie zitieren völlig richtig aus dem Deutschen Ärzteblatt, dass ein Patient nach „dem Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnis und der ärztlichen Erfahrung […]“ zu behandeln ist, und dass ein Behandlungsfehler vorliegt, wenn dieser Standard unterschritten wird. Womit eigentlich schon überraschend klar wäre, wie Homöopathie einzuordnen ist.

Wir sind also gespannt, wie sie da wieder rauskommen. Aber wenn wir ein bisschen Erfahrung mit den Apologeten der Unmedizin haben, dann wissen wir eh schon, was kommt, und wir werden nicht enttäuscht:

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