My body, no choice

6. Dezember 2013

„My body, my choice“ only makes sense when someone else’s life isn’t at stake.

Fun fact: If my younger sister was in a car accident and desperately needed a blood transfusion to live, and I was the only person on Earth who could donate blood to save her, and even though donating blood is a relatively easy, safe, and quick procedure no one can force me to give blood. Yes, even to save the life of a fully grown person, it would be ILLEGAL to FORCE me to donate blood if I didn’t want to.

See, we have this concept called “bodily autonomy.” It’s this….cultural notion that a person’s control over their own body is above all important and must not be infringed upon. 

[via zwischendenstuehlen]

Sooooo …

Ich bin mir nicht so ganz sicher, wie ich an diese Sache rangehe, ohne dass bei euch der Eindruck entsteht, dass ich in der etwas länglichen Pause hier angefangen habe, schlechte Drogen zu nehmen, oder einfach meine Blogzugangsdaten irgendwem anders gegeben habe, um zusätzliche Freizeit für eine neue, unterhaltsamere Passion zu gewinnen.

Egal. Ich glaube, wir kriegen das schon hin, zumal die Indizien für diese Position in meinem Blog schon seit langer Zeit zu finden sind, und ich hoffe, dass ich sie einigermaßen plausibel vertreten kann.

Ans Werk:

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Was die FAZ für Argumente hält

18. Juni 2013

Ich lese ja eigentlich diesen FAZ-Faktencheck-Kram nicht, weil die da auch immer Lesermeinungen veröffentlichen und weil meine Tischplatte schon so viele unschöne Bissspuren aufweist, aber heute fiel mir halt die Zeichenfolge „Schutz für ungeborenes Leben“ ins Auge, und außerdem fürchte ich zurzeit, dass überschaubare Relevanz sich für die kommenden Wochen zum Mail-Rollenspiel-Blog entwickeln könnte, was mich zwar nicht direkt stören würde, aber vielleicht den einen oder anderen bisherigen Leser, weshalb ich gerne rechtzeitig gegensteuern würde.

Der Faktencheck setzt sich mit der Frage auseinander, ob schwangere Frauen das Recht haben sollten, einen bestimmten Test an ihrem werdenden Kind vornehmen zu lassen, der gewisse genetische Schäden erkennt. Wir wissen natürlich im Grunde alle schon, was Gegner des weiblichen Selbstbestimmungsrechts hier gerne vorbringen und bekommen schon prophylaktisch Kopfschmerzen, aber so erschütternd ausführlich aufgeschlüsselt wie im FAZ-Faktencheck habe ich es lange nicht mehr gesehen, deshalb hier noch mal von mir zusammengefasst die Schlussfolge:

Die betroffenen Frauen sind nicht in der Lage zu beurteilen, welche Informationen sie mit dem Test gewinnen und dass diese ihre Entscheidung darüber beeinflussen könnten, ob sie die Schwangerschaft abbrechen lassen wollen. Sie können vorab nicht einschätzen, was die gewonnene Information für sie bedeutet, und deshalb besteht die Gefahr, dass Ärzte ihnen diesen Test aufschwatzen, obwohl sie ihn eigentlich gar nicht gewollt hätten, wenn sie auf die FAZ-Leser hören würden. Wenn sie dann einmal die Information haben, dass in ihrem Kind ein genetischer Defekt angelegegt ist (Frauen mit gesunden Kindern werden in dieser Argumentation nicht berücksichtigt.), dann sind sie weiterhin auch nicht in der Lage, selbst zu entscheiden, ob sie das Kind wollen oder eine Abtreibung vorziehen, denn es könnte ja sein, dass Ärzte und soziales Umfeld Druck auf sie ausüben. Nachdem eine Frau gegen ihre eigentlichen Willen (den sie natürlich selbst kaum einzuschätzen vermag, anders als besser informierte Menschen) so einen Test hat durchführen lassen, besteht die Gefahr, dass sie auf Basis der Testergebnisse wiederum gegen ihre eigentlichen Willen (den sie nicht nur nicht kennt, sondern auch nicht durchsetzen kann) ihre Schwangerschaft abbrechen lässt und das Kind nicht austrägt.

Diese Befürchtungen sind natürlich nicht etwa Argumente dafür, dass Ärzte ihre Patienten besser informieren sollten, bevor diese Entscheidungen treffen, oder dass die Haftung von Ärzten bei irreführender Beratung verschärft wird, oder dafür, Menschen generell besser zu bilden und ihre Fähigkeit zu verbessern, rationale Entscheidungen zu treffen, oder zumindest nicht vorrangig. Sie sind, die FAZ weist ausdrücklich darauf hin, nicht mal ein Argument dafür, etwas an den Beratungspflichten oder sonstigen Umständen eines Schwangerschaftsabbruchs zu ändern. Diese Befürchtungen sind in den Augen der FAZ ein Argument dafür, das Recht von Frauen einzuschränken, zu erfahren, was in ihrem eigenen Körper vorgeht, denn sie sind typischerweise nicht in der Lage zu entscheiden, ob sie es wirklich erfahren wollen, und wenn sie es dann wissen, können sie mit der Information nicht umgehen.

Jo mei. So hab ich das auch noch nicht gesehen. Vielleicht ist die Frage ja doch nicht so einfach zu beantworten, wie ich bisher dachte, als ich noch davon ausging, dass schwangere Frauen mündige Erwachsene sind, wie andere Menschen auch. Wieder was gelernt. Gut, dass es die FAZ gibt, und den Faktencheck.

[Offenlegung: Die FAZ behauptet nicht, das sei alles so, sie lässt das im Ergebnis offen. Aber sie erkennt diesen Ansatz als bedenkenswertes Argument an. Ich finde, das reicht.]