Immerhin glitzern sie nicht

17. November 2010

Gestern Abend haben Keoni und ich „Låt den rätte komma in“ („Let the Right One In“ / „So finster die Nacht“) gesehen.

Falls ihr noch nichts davon gehört haben solltet, findet ihr bei Chlorine eine sehr schöne Zusammenfassung samt einer zweiten Meinung.

Executive Summary: Es geht um Oskar, einen zwölfjährigen schwedischen Jungen, der von seinen Klassenkameraden misshandelt wird, und um Eli, ein (schon sehr lange) zwölfjähriges Vampirmädchen (ungefähr), das sich mit ihm anfreundet. Der Film erzählt seine Geschichte auf eine sehr langsame, wirklichkeitsnahe, ereignisarme Weise, und legt dabei keinerlei Wert auf ästhetische Bilder. Wie im richtigen Leben gibt es keinen Helden, keinen Bösewicht, und eigentlich auch kein Ende.

Es ist einer dieser Filme, die ich nicht in wenigen Worten beurteilen kann. Die ich vielleicht gar nicht beurteilen kann. Es ist einer dieser Filme, während denen ich mehrmals auf die Uhr sehe, weil ich mich ziemlich langweile, aber ich fühle mich schlecht dabei, weil ich gleichzeitig das Gefühl habe, dass ich begeistert sein sollte. Und wenn er vorbei ist, denke ich noch sehr lange darüber nach, mit dem Gefühl, dass da etwas Großes in dieser Geschichte war, aber auch mit dem Bedauern, dass nicht mehr davon da war. Aber andererseits war es vielleicht gerade dieser Umstand, der den Film so groß macht.

Es ist, denke ich, einer dieser Filme, die umso besser werden, je länger ich sie nicht gesehen habe.

Wenn ich ehrlich sein soll, muss ich sagen, dass „Låt den rätte komma in“ mir nicht gefallen hat, aber ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe. Es ist vielleicht auch einer dieser Filme, die mich so lange nicht loslassen, bis ich selbst eine Geschichte über dasselbe Thema geschrieben habe.

Versteht ihr, was ich meine?