Schamland

18. April 2013

Ihr wisst ja, dass ich so ganz grundsätzlich das Prinzip Staat ablehne. Ich habe aber auch schon öfter mal geschrieben, dass ich es deshalb nicht für eine gute Idee hielte, ihn gleich morgen ersatzlos abzuschaffen, denn ich neige zwar schon irgendwie zum Idealismus (Ja, lacht ruhig, ich seh mich so.), andererseits liegt mir aber mein Skeptizismus zu sehr am Herzen, um mich einigen durchaus stichhaltigen Argumenten der Statisten (Hihi, so hab ich wenigstens auch was zu lachen.) völlig zu verschließen, die man kurz so zusammenfassen könnte: Es funktioniert doch einigermaßen gut, wie wir es machen. Niemand verhungert, niemand erfriert, man ist einigermaßen sicher vor Kriminalität, und so ziemlich jeder hat eine einigermaßen vernünftige Chance auf halbwegs brauchbare Bildung. Insgesamt sind die Bedingungen, unter denen wir leben recht stabil und zuverlässig, und Risiken sind kalkulierbar. Das fühlt sich für Leute wie mich, die unter solchen Bedingungen geboren wurden und nie andere erlebt haben, selbstverständlich an, weshalb ich sicher dazu neige, den Wert dieses unschätzbaren Glücks zu unterschätzen, in dem ich lebe, aber schon ein kurzer Blick in die Geschichte der Menschheit oder auch einfach nur in andere Länder zeigt uns in grässlicher Anschaulichkeit, wie wenig selbstverständlich es ist, dass wir in einem Luxus leben dürfen, der in der bereits erwähnte Menschheitsgeschichte kein Beispiel kennt.

Und jeder Wechsel des Systems trüge natürlich das Risiko einer Verschlechterung in sich. Ich verstehe also die pragmatischen Argumente für die Erhaltung dieses Staates.

Aber ich tue mich sehr schwer damit, die idellen, die moralischen, die fundamentalen Argumente zu verstehen. Zu denen, die mir besonders abwegig erscheinen, gehört das, auf das ich kürzlich bei heise gestoßen bin:

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