…oder soll man es lassen?

1. April 2019

Der Journalist Raphael Thelen hat für das Magazin der Süddeutschen Zeitung ein Portrait von Markus Frohnmaier geschrieben, für das er eineinhalb Jahre mit dem Mann verbracht hat:

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Auf Twitter bekomt er nichts als Spott, Häme, Vorwürfe, und Beschimpfungen für diesen Versuch nicht nur eines Dialogs, sondern auch der Verständigung.

Denn was sonst ist so eine Story als der Versuch, zu verstehen. Aufzuzeigen, wie ein Mensch, der so viel Hass verbreitet, so radikal eine Gesellschaft verändern will, der sich so von allem entfernt hat, was als demokratischer Konsens gilt, oder zumindest bis vor Kurzem zu gelten schien.

Viele der Kritiker*innen haben den Text nicht gelesen, wissen also nicht einmal, was sie kritisieren.

Damit begehen sie denselben Fehler gleich zweimal: Sie wollen nicht wissen, wie Frohnmaier dargestellt wird, und sie wollen auch nicht, dass andere es wissen, und zeigen damit ihr Menschen- und Gesellschaftsbild. Sie nehmen das Abweichende als böse und schädlich wahr, und trauen weder sich selbst oder anderen zu, sich damit angemessen auseinander zu setzen, noch sehen sie eine Chance, dass jemand wie Frohnmeier im Dialog überzeugt werden könnte. Sie haben kein Vertrauen in die eigenen Argumente und bestehen darauf, den AfD-Politiker auszugrenzen, und verhalten sich damit letzten Endes nicht anders als die, die sie so sehr als Feind wahrnehmen, dass sie schon diejenigen Nazis nennen, die nur anders als sie bereit sind, sich mit ihnen zu befassen, und damit doch eigentlich mehr für Demokratie und gegen den Rechtsruck tun als diese im Wortsinne blindwütigen Antifaschisten.

Oder was meint ihr?