Ich kenne keine CSU-Witze. Live.

10. Januar 2010

Vor einer ganzen Weile schrieb ich mal, dass ich hoffte, nie ein Interview geben zu müssen. Das war natürlich gelogen.

Jedenfalls war ich ausgesprochen angenehm überrascht, als der Postillon mich letzten Freitag freundlicherweise wissen ließ, dass er mich für ein Interview in der Sendung Trackback beim Berliner Radiosender Fritz vorgeschlagen hatte. Hui, mein erstes Interview, dachte ich, mal sehen, ob die mich wirklich nehmen? Ich hörte mir das Interview mit dem Postillon mal an, fand das sehr nett und begann zu hoffen, dass es bei mir auch so gut laufen möge.

Am Mittwoch traf die Mail vom Moderator Marcus Richter bei mir ein, in der er mich in seine Sendung einlud. Dankbar nahm ich an und fragte in meiner Antwort noch, wie das denn wohl so laufen würde.

Es wurde Samstag, und ich rief Marcus Richter vorsichtshalber an, weil ich furchtbar nervös war und es einfach nicht mehr abwarten konnte ich immer noch keine Antwort von ihm bekommen hatte und ihm zumindest schon mal meine Nummer geben wollte. Er sagte, er würde wohl so gegen halb anrufen und ungefähr um 19:40 Uhr mit dem Interview anfangen.

Es wurde halb acht, es wurde fünf nach halb, es wurde 19:40 Uhr und ich saß vor meinem Telefon und schaute so alle fünf Sekunden auf die Uhr, dachte über meine Antworten nach und fragte mich, ob die denn nicht auch ein kleines bisschen Angst haben, irgendwann einfach mal ohne Interviewpartner dazustehen, wenn sie das alles so kurzfristig regeln.

Ich rief mich mal selbst an, um herauszufinden, ob etwas mit meinem Telefon nicht stimmte. Es war ein sehr angenehmes Gespräch, und es gelang mir, mich ein wenig zu beruhigen. Sofort nachdem ich aufgelegt hatte, klingelte es wieder, und diesmal war nicht bloß ich selber dran.

Marcus Richter sagte, in rund zwei Minuten sei der Song zu Ende, und dann wäre ich live im Radio. Prima. Ich hörte also diesen komischen Song aus dem Telefon, hatte einen Frosch im Hals, fragte mich, ob ich mich räuspern durfte oder ob man das hören konnte und schaute immer noch dauernd auf die Uhr, obwohl das jetzt wirklich keinen Sinn mehr ergab. Er sagte Hallo, und es ging los. Das Ergebnis gibt es hier als Podcast (ab 39:19).

Im Nachhinein fallen mir zu jeder einzelnen Frage dutzendweise die schlagfertigen Antworten ein, die ich eigentlich hätte geben müssen. Aber ich finde, für’s erste Mal kann ich mit dem Interview leben. Marcus war nachsichtig mit mir, und ich habe auch nicht irgendwo angefangen, wirres Zeug von Flughäfen und Hauptbahnhöfen oder von Autobahnen zu faseln. Was will man mehr?

Natürlich würde mich auch brennend interessieren, wie ihr das Ganze so findet.

Nun schulde ich Radio Fritz noch einen 30-Sekunden-Gag über die CSU. Bei Frau Quadratmeters Suche war da aus meiner Sicht noch nicht ganz das Richtige dabei, und mein Guttenberg-Interview dürfte ein bisschen zu lang sein. Vielleicht kennt ja einer von euch einen echt guten CSU-Witz? Es wäre mir eine große Hilfe.