Gastbeitrag von Robert Habeck

9. Januar 2019

Diese Woche ist nicht leicht für mich. Ich habe verschiedene Fehler eingestehen müssen, die wirklich dumm von mir waren, habe viel Spott über mich ergehen lassen müssen, und ich denke, es wird Zeit, selbstkritisch Bilanz zu ziehen, und mir einzugestehen, wie dumm das alles von mir war, und wie ungeschickt.

Dumm und ungeschickt war es tatsächlich, dass ich zugelassen habe, dass Twitter mich verändert. Das war, ich gebe es zu, mein größter Fehler: Mich beeinflussen zu lassen. Ich hätte wissen müssen, dass ich das nicht zulassen darf. Dass all diese Menschen auf Twitter, anders als ich, einfach kein Interesse daran haben, den digitalen Raum konstruktiv und diskursiv zu nutzen, und dass das auf mich abfärbt. Ich will niemals werden wir ihr. Und das wäre beinahe passiert. Wie dumm muss 1 sein?

Jetzt, nach meinem Abschied von Twitter ist mir klar geworden, dass ich mir eingestehen muss, dass Twitter ein Instrument der Spaltung geworden ist. Auf meinem Weg zu einer Korrektur aller Fehler, die Twitter mir in der Vergangenheit aufgezwungen hat wie die niederträchtige Krankheit, die es ist, ist für mich der erste Schritt klar. Wenn ich in mich hineinhorche und frage, wo ich noch dazu lernen kann, dann höre ich da ganz klar die Erkenntnis, dass die Leute auf Twitter an allem Schuld sind. Auf Twitter kann es niemals einen echten Dialog geben. Das muss ich einsehen. Ihr blödes Volk könnt meine Sehnsucht nach direktem Austausch mit Leuten nicht stillen. Weil ihr für mich keine Leute seid. Ich werde jetzt wieder in echten Gesprächen ich selbst sein können, und darauf freue ich mich, weil ich niemals Fehler gemacht hätte, wenn ich von vornherein ich selbst geblieben wäre. Ich selbst mache schließlich keine Fehler. Twitter macht Fehler!

Natürlich ist mir klar, dass das nicht alles sein kann. Meine Selbstkritik ist damit noch nicht abgeschlossen. Ich muss noch mehr tun. Gegen Twitter. Gegen dieses verfickte Scheißtwitter, das an allem Schuld ist, und nicht nur mein Leben, sondern unsere ganze Demokratie, beinahe komplett ruiniert hätte, und mich von dem wunderbaren, klugen, stets dialogbereiten Menschen, der ich in Wahrheit bin, in den wunderbaren, klugen, manchmal durch den SATAN Twitter an der Dialogbereitschaft gehinderten Menschen verwandelt hat, den ihr in den letzten Monaten erlebt habt.

Twitter. Ich kann euch sagen. Dieses widerliche Drecksding, das für mich die Summe der Wut und des ganzen Hasses der Menschheit verkörpert. Wäre mein Leib eine Kanone, ich schwöre, ich schösse mein Herz auf dieses gottverdammte Netzwerk aus der Hölle.

Eigene Fehler einzugestehen und an sich zu arbeiten erfordert viel innere Größe, und klingt auch ansonsten nach was, wozu ich wirklich nicht bereit bin. Ich bin nicht da angekommen, wo ich heute bin, weil ich bereit war, eigene Schwächen einzugestehen.

Und deshalb, und ich weiß, das wird manche Parteifreundinnen und -freunde überraschen, habe ich Präsident Putin heute einen Brief geschrieben und ihn gebeten, in einem dringend notwendigen präemptiven Schlag die Twitterzentrale in


Twitterpoesie

11. November 2018

Die Kühlkette

So. War doch gut, oder? Wer braucht schon Twitter? Also ich ganz sicher nicht.


Restebloggen am Wochenende (107)

30. Juli 2016
  1. Jens Spahn von der CDU will in diesem Land keiner Burka begegnen müssen und sie deshalb verbieten. Nun ja, Herr Spahn. Ich will in diesem Land keinen CDU-Politikern bornierten, unerfreulichen Menschen wie Ihnen begegnen müssen, aber ich denke, wir sollten beide akzeptieren, dass der Rechtsstaat nicht das Instrument zur gewaltsamen Durchsetzung solcher persönlichen Präferenzen ist.
  2. Annett Meiritz, findet, Hilary Clinton hätte mehr Begeisterung verdient, und hat deshalb einen Text geschrieben, in dem … Naja … auch keine so rechte Begeisterung aufkommen mag. „Sie war Rechtsanwältin, Senatorin und Außenministerin, ist Mutter und Großmutter. Für dieses Leben und diese Karriere verdient sie Respekt. […] Clinton fehlt das „Change“-Moment und Obamas Charisma. […] Wie oft wurde Angela Merkel vorgeworfen, sie könne Menschen nicht mitreißen? Jetzt ist sie eine der angesehensten Spitzenpolitikerinnen der Welt. Hillary Clinton kann das auch werden. Sie könnte Trump verhindern und ihr Amt fähig gestalten.“ Ich denke, wenn ich deutscher Politiker wäre, würde ich ab jetzt jeden Tag beten, dass Frau Meiritz nicht irgendwann ihre Begeisterung für mich entdeckt, auf dass meine Anhänger nicht aus Verzweiflung ins Wasser gehen.
  3. Und wenn wir mal wieder in Versuchung geraten, zu glauben, in einer aufgeklärten, vernünftigen Gesellschaft und mit unserem Rechtsstaat doch eigentlich ganz zufrieden sein zu können, können wir uns daran erinnern, dass wir Leute wegen geschmackloser Fotos einsperren.
  4. Ich hab ja in letzter Zeit in bisschen auf Twitter rumgekaspert und nun für die unter euch, die das nicht wussten, aber eigentlich wissen wollten, ein paar Beispiele meines Schaffens rausgesucht, auch wenn ich als Fazit nach wie vor daran festhalte, Twitter als eher ärgerliches Phänomen zu empfinden.

     

  5.  

  6. Na gut, eigentlich ist das Schaffen anderer viel beeindruckender. Guckt euch doch zum Beispiel das mal an:

     


Gesellschaftsverträge

9. Oktober 2013

Ich bin ja für gewöhnlich nicht auf Twitter, weil ich nicht verstehe, was ich da soll. Wenn ich mich auf ein paar Zeichen begrenzen will, schreibe ich eine SMS. Ins Internet gehe ich, um meine Meinung zu äußern, und die von anderen zu lesen.

Aber jetzt kürzlich war ich doch mal dort, und dabei ist was bei mir hängen geblieben, und ich werds nicht los, deshalb muss ich kurz drüber schreiben:

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Ich bin ja von Star Trek ziemlich endgültig geheilt

23. November 2011

Aber Patrick Stewart ist immer noch toll.

Die gute Nachricht ist, dass er Twitter auch nicht leiden kann. Die schlechte, dass er ein iPhone hat und das verwünschte Ding auch noch toll findet. Tja, so ist das. Je mehr man über seine Idole erfährt, desto weniger idolig werden sie, weshalb Bildung schon immer… Aber ich schweife ab.