Unmoralische Daten

3. März 2011

Ich habe da gestern diese Rezension einer Voyager-Episode gesehen, und ich wüsste gerne, was ihr darüber denkt:

Für alle, die keine Lust haben, sich das anzusehen, hier eine stark eingedampfte und teilweise nicht ganz detailgetreue Zusammenfassung: Die Chefingenieurin Torres erkrankt, und der Schiffsarzt lässt für die Behandlung ein Hologramm eines bekannten cardassianischen Wissenschaftlers erstellen. Im Laufe der Diagnose stellt sich heraus, dass besagter Wissenschaftler seine Kenntnisse durch mengelehafte Menschenversuche erworben hat. (Eigentlich Baioranerversuche, wenn ich das richtig verstehe, aber diese Differenzierung schenken wir uns, auch weil der Unterschied ausschließlich in der geriffelten Nase besteht.) Daraufhin will die Patientin nicht mehr behandelt werden (eigentlich vorher auch schon nicht, weil sie Cardassianer hasst), aber Captain Janeway entscheidet, dass sie für die restliche Crew so wichtig ist, dass die Therapie trotzdem durchgeführt wird.

Um das ethische Hauptdilemma möglichst klar herauszuarbeiten möchte ich gerne die Frage der Patientenautonomie ignorieren, so wie auch die Tatsache, dass Torres völlig ungeeignet für ihre Position ist und Janeways Begründung deshalb keinen Sinn ergibt. Auch Torres‘ debilen Rassismus lassen wir außen vor.

Wir sprechen also nur noch über ein Problem: Jemand hat Erkenntnisse aus unethischen Experimenten gewonnen, bei denen viele Menschen (gegen ihren Willen) gestorben sind. Ist es jetzt ethisch vertretbar, diese Erkenntnisse zu verwenden?

Die Voyager-Autoren scheinen das für ein kniffliges Dilemma zu halten, und sogar sfdebris sieht es so. Er spricht in seiner Review gegen Ende ganz bezeichnend von „unmoralischen Daten“ und lobt die Autoren dafür, endlich mal eine schwierige moralische Frage aufgeworfen zu haben.

Ich hingegen sehe das Dilemma nicht. Die Baioraner sind tot, die Daten sind da. Die Verwendung der Daten schadet niemandem mehr, und ich kann deshalb beim besten Willen nicht erkennen, warum es problematisch sein soll, sie zu benutzen, um Menschenleben zu retten. Ich finde es im Gegenteil manifest unethisch, sie nicht zu verwenden. Daten sind Daten, sie sind korrekt oder falsch, aber sie können nicht „unmoralisch“ sein.

Ich müsste darüber nicht mal nachdenken. Und ihr?


Philoso4 (3)

12. Februar 2011

Es hat auch diesmal wieder nicht mit Viererbesetzung geklappt, aber wer interessiert sich schon für so kümmerliche Details, wenn es eine neue Ausgabe von Philoso4 zu bejubeln gibt, diesmal mit noch mehr gesunden Zutaten (Naja, eigentlich nur ohne Kekse, aber das ist ja das Gleiche, oder?) und nur für euch mit über 50% mehr Inhalt. Bitteschön:

Hier gibt’s Weisheit zum Download.

Und hier ist das versprochene Voyager-Video:

[via Wortvogel]