I don’t go in for ancient wisdom. I don’t believe just ‚cos ideas are tenacious it means that they’re worthy.

10. November 2013

Dekalog, Goldene Regel, Bergpredigt – älter und zeitloser als Utilitarismus oder Hedonismus

war die Ansage, die ich schon im letzten Post angekündigt hatte, und rückblickend muss ich nun doch sagen, dass ich mit der Wahl des Titels desselben hochzufrieden bin, denn der hat anscheinend keineswegs zu den befürchteten Missverständnissen geführt und mir außerdem noch – ich schwöre: völlig ungeplant – diesen wunderbaren Anschluss zum heutigen Titel ermöglicht. Hach. Sowas find ich toll. Schade, dass die gute Laune jetzt gleich wieder verfliegen wird.

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Back for Good

20. Dezember 2009

Joi, das war ein Tag. Die Weihnachtsvorbereitungen erfordern dieses Wochenende einen großen Teil unserer Zeit; deshalb habe ich heute für euch die Gedanken, die mir beim Backen so durch den Kopf gegangen sind:

  • Werden Springerle als Geschenke zum Nikolaustag besonders von Leuten mit rechter Gesinnung geschätzt? (Rüdiger, wenn du möchtest, erkläre ich dir den Witz gerne.)
  • Würfeln die Leute, die Backbücher schreiben, die Mengenangaben in ihren Rezepten aus, oder streuen die einfach absichtlich mal einen Fehler ein, um das kritische Denken ihrer Leser herauszufordern? Eventuell liegt es auch an einer räumlichen Varianz der Naturgesetze, die außer mir noch niemandem aufgefallen ist. Im Schnitt erfordert aber ungefähr jedes dritte Rezept deutlich mehr oder weniger Flüssigkeit, als im Buch angegeben ist.
  • Wie schaffen es die Leute eigentlich, immer just dann anzurufen oder an der Tür zu klingeln, wenn man gerade seine Hände im Teig versenkt hat? Glücklicherweise waren wir zu zweit.
  • Mein Lieblingsplätzchenbuch enthält neben den eigentlichen Rezepten noch ein paar brisante Tipps, die backerfahrene Leser an die Redaktion geschickt haben. Also quasi Rezepte 2.0. Zum Beispiel:
    • „Oft ist mir das Schälen von Mandeln zu arbeitsaufwendig. Dann kaufe ich fertig geschälte Mandeln.“
    • „Ich hatte keinen Ahornsirup im Haus und habe ihn deshalb durch weitere 100g braunen Zucker ersetzt.“
    • „Wenn es flott gehen soll, backe ich Friesische Taler statt der Ringe. Das spart unheimlich Zeit, und geschmacklich kommt es auf das gleiche Ergebnis hinaus.“
    • „Zimtsterne haben in unserer Familie keine lange Lebensdauer, weshalb ich von vornherein schon einmal die doppelte Menge backe.“

Darunter stehen dann immer Name und Wohnort der Tippgeber, vielleicht, damit man sich auch mal persönlich bedanken kann.


Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä

18. Dezember 2009

Otter mit Schal hat was über Geschenke geschrieben, und über die Vereinbarung, sich zu Weihnachten keine zu geben. Diese Nichtbeschenkungsabkommen geraten anscheinend immer mehr in Mode. Dieses Jahr hat zum ersten Mal auch meine gesamte Familie mütterlicherseits beschlossen, dass es keine Geschenke gibt. Weil die Lebensgefährtin einer Tante sonst nicht zur Weihnachtsfeier gekommen wäre.

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Nun liegt es mir fern, anderen Leuten vorzuschreiben, wie sie Weihnachten feiern sollen. Es darf gerne jeder nach seiner Façon glücklich werden. Aber wenn mir jemand sagt, dass er lieber vorab festlegen möchte, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken, dann sagt er mir damit im Grunde: „Ich hab keinen Bock mir was für dich zu überlegen, und hätte deshalb ein schlechtes Gewissen, wenn ich von dir was bekäme, deswegen lass es doch bitte auch bleiben, ja?“

Und das regt mich auf. Und was mich noch mehr aufregt, ist, dass es an Heiligabend mit tödlicher Gewissheit dann doch Geschenke gibt. Meistens sind es gerade die, die sich mit großem Elan für das Nichtbeschenkungsabkommen eingesetzt haben, die dann mit einem blöden Grinsen irgendwelche Päckchen aus einem Versteck holen und verteilen, und dann geht diese bescheuerte Diskussion los, dass man doch aber ausgemacht hätte…, und es wär ja nur was Kleines, und es wäre gar nicht nötig gewesen und auch überhaupt nicht ganz klein, und jetzt hab ich nichts für dich.

Leute, habt ihr alle nicht die innere Größe, den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen? Könnt ihr ernsthaft nicht damit leben, dass einfach jeder jedem das schenkt, was er für angemessen hält, und wenn jemandem nun mal nichts einfällt, dann schenkt er eben nichts? Wenn ich der Lebensgefährtin meiner Tante gerne etwas schenken will, sie mir aber nicht, dann ist das für mich total okay.

Wir sind an Heiligabend verdammt noch mal nicht auf dem Basar! Es geht nicht um einen möglichst fairen Austausch gleichwertiger Güter, es geht darum, andere zu beschenken.

Wer sich die Mühe nicht machen will, der soll es eben lassen, aber er soll dann bitte nicht noch allen anderen gleich mit die Freude verderben, weil er sich sonst ein bisschen doof vorkommt.

Das meine ich mit Größe. Die Bereitschaft, einfach zu sich selbst zu stehen und sich nicht hinter irgendwelchen fadenscheinigen Ausreden zu verstecken. Dafür ist Weihnachten eigentlich eine gute Zeit, oder?