Liebe Marketingstrategen

24. Oktober 2009

…von Amazon.de, Conrad, UCI Kinos und vielen anderen Unternehmen, wie mir was verkaufen wollen,

wahrscheinlich stellt ihr euch das ungefähr so vor:

„Wenn Muriel Silberstreif sieht, dass sein voller Name in der Betreffzeile einer E-Mail steht, dann kann er gar nicht anders, als das für eine total individuelle und persönliche Mail zu halten, die nur für ihn gedacht ist, und er kann sich im Grunde gar nicht gegen den Reflex wehren, das Ding zu öffnen, komplett durchzulesen und alles was darin steht, für die reine Wahrheit zu halten.“

Ich gehe davon aus, dass ihr SMS an eure Freunde ungefähr so schreibt:

„Hallo Karl-Heinz Unterberg, ich habe eine persönliche Nachricht für dich!!! Wollen wir uns Sonntag zum Brunch treffen?“

Und Beziehungsgespräche fangen bei euch wahrscheinlich mit den Worten an:

„Melanie Kruse, deine Meinung ist mir wichtig!!“

Tja, ich habe da eine schlechte Nachricht für euch: Kein Mensch redet einen anderen Menschen in einer im weitesten Sinne natürlichen Situation mit seinem vollen Namen an, und wirklich kein Mensch schreibt jemals den Namen seines Adressaten in die Betreffzeile! Deswegen kann es sich in solchen Fällen nur um dreiste, aufdringliche Werbemails handeln, deren Verfasser noch so unverschämt ist, mich mit einer völlig schwachsinnigen Aufmerksamkeitsfalle zu beleidigen. Ich habe nur deshalb noch keine feste Regel für Outlook eingerichtet, derartige Mails sofort zu löschen, weil ich manchmal das Gefühl der Überlegenheit genieße, wenn ich sie manuell in den Papierkorb schiebe.

Schreibt doch einfach stattdessen mal einen echten Betreff in das Betreff-Feld. Dann lese ich vielleicht auch hin und wieder, was ihr mir mitzuteilen habt.